Punë në Gjermani

Albaniens „Flamingo-Revolution“: Trumps Schwiegersohn Jared Kushner löst Aufstand aus


Mit rosa Pappflamingos und Spruchbändern wie „Albanien ist nicht zu verkaufen“ ziehen Tausende von Demonstranten schon seit Tagen durch das Zentrum von Tirana. Der Grund: Sie wollen ein von einem milliardenschweren Konsortium geplantes und von der Regierung abgesegnetes Luxusresort auf der Insel Sazan und einem Küstenstrich an der Narta-Lagune unweit des südalbanischen Küstenorts Zvernec unbedingt verhindern.

Nicht nur Flamingos und Pelikane, sondern auch die vom Aussterben bedrohten Mittelmeer-Mönchsrobben oder Karettschildkröten nutzen den bisher weitgehend unberührten Küstenstreifen vor dem Delta des Vjosa-Flusses, genauso wie Zehntausende von Zugvögeln, als Rückzugsgebiet und Refugium. Von den Stränden der einst als Militärstützpunkt genutzten und nun unbewohnten Insel Sazan zeigt sich allerdings US-Präsidententochter Ivanka Trump begeistert: „Es ist eine unglaublich schöne Privatinsel mitten im Mittelmeer.“

10.000 Betten geplant

Auf vier Milliarden Dollar werden von Albaniens Premier Edi Rama die Investitionen des wenig transparenten Konsortiums in das Nobelresort beziffert, das insgesamt 10.000 Betten zählen soll. Mit 1,4 Milliarden Dollar plant als „strategischer Investor“ Trump-Schwiegersohn Jared Kushner gut ein Drittel der Kosten zu berappen.

Wollen investieren: Trump-Tochter Ivanka und ihr Mann Jared Kushner




Wollen investieren: Trump-Tochter Ivanka und ihr Mann Jared Kushner


© IMAGO/Katerina Sulova

So bewegt im traditionell US-freundlichen Albanien nun das kontroverse Investorenpaar die Massen. „Ivanka, geh nach Hause!“, so eine der Botschaften der aufgebrachten Demonstranten in Tirana und Zvernec. Doch ihre Wut richtet sich auch gegen Albaniens als korrupt kritisierte Politikerkaste.

Seit Ende Mai die Angehörigen eines privaten Sicherheitsdienstes den mehrere hundert Hektar großen Küstenstreifen bei Zvernec mit Stacheldrahtzäunen abriegelten und einen überwältigten Demonstranten vor laufenden Kameras hunderte von Metern über den Strand schleiften, wogt bei dem EU-Anwärter eine Welle der Empörung.

„Albanien steht nicht zum Verkauf“: Die Proteste richten sich zunehmend auch gegen die albanische Regierung, die dem Verkauf zustimmte




„Albanien steht nicht zum Verkauf“: Die Proteste richten sich zunehmend auch gegen die albanische Regierung, die dem Verkauf zustimmte


© IMAGO/Light Studio Agency / Dritan Haxhia

Außer groben Verstößen gegen Umweltschutzauflagen durch bereits begonnene Planierarbeiten werfen Kritiker der Regierung eine ebenso intransparente wie zweifelhafte Privatisierung vor. Wegen der rechtlich fraglichen Änderung des Status als Naturschutzgebiet hat die 2019 auf Druck der EU eingerichtete Sonderstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung von Korruption (SPAK) zu Wochenbeginn erste Ermittlungen eingeleitet.

Könnte Ivankas Traum von ihrer perfekten Luxusferieninsel im Mittelmeer doch noch platzen? Nach heftigen Protesten und Justizermittlungen wegen des Verdachts einer mit Unterschriftenfälschung erwirkten Aufhebung von Denkmalschutzauflagen hatte Kushner im letzten Jahr bereits von seinem Vorhaben abgesehen, im serbischen Belgrad auf dem Gelände des von der Nato 1999 zerbombten Generalstabs einen neuen Trump-Tower samt Luxushotel zu errichten.

Fremdenverkehr

Doch Albaniens Premier Rama, der für sein vom Fremdenverkehr abhängiges Land mit Hilfe von Luxustourismus unbedingt den Entwicklungssprung und die Ansiedlung neuer Investoren erzwingen will, zeigt sich von den sich mehrenden Protesten bisher kaum beeindruckt: „Es gibt absolut keine Chance, dass die Investition gestoppt wird, solange ich hier bin.“



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