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Auswandern nach Albanien: Zwei Topmanager profitieren von diesen 3 Dingen


Sam Correll und Spencer Claiborne haben Amerika verlassen.

Sam Correll und Spencer Claiborne haben Amerika verlassen.
Courtesy of Samuel Correll

  • Zwei US-Manager erfüllen sich den „American Dream“ und steigen genau deshalb aus: Erfolg ohne Entwicklung wird für sie zur Sackgasse.
  • Sie verkaufen ihr Haus, ziehen nach Albanien und setzen ohne klaren Plan auf Unternehmertum – getrieben von niedrigen Hürden, Tempo und Opportunität.
  • Der radikalste Schritt ist nicht der Ortswechsel, sondern das Loslassen: weniger Besitz, mehr Risiko und die bewusste Entscheidung, ein Leben als Experiment zu führen.

Das Unternehmensleben in den USA hatte Sam Correll und Spencer Claiborne müde gemacht. Sie waren längst erfolgreich – und trotzdem leer. Also tauschten sie den US-Traum gegen etwas Ungewisses: ein neues Leben in Albanien.

Heute leben sie in Saranda, einer Küstenstadt, rund 30 Minuten von Korfu entfernt. Im August 2024 sind sie dorthin gezogen. Inzwischen haben sie sich komplett neu erfunden – als Unternehmer, die anderen beim Auswandern helfen. Darüber sprach Business Insider mit Correll (38) und Claiborne (30). Ihre Aussagen wurden für Klarheit und Länge leicht überarbeitet.

Courtesy of Samuel Correll

Claiborne sagt: „Wie viele andere auch strebten Sam und ich dem amerikanischen Traum nach, bei dem man ein schönes Haus und einen festen Job hat, zu dem man regelmäßig geht – und das hatten wir erreicht.“ Sie renovierten ihr Haus während der Pandemie komplett. Wochenenden bedeuteten Baumarkt, Arbeitswochen Großraumbüro. Ein Rhythmus ohne Abweichung.

„Ich glaube, Sam fühlte sich durch diese Monotonie ähnlich ausgebrannt“, sagt Claiborne. „Uns beiden wurde klar, dass wir mit der Überzeugung aufgewachsen waren, dass dies unser Weg sein sollte – eine berufliche Laufbahn in der Führungsetage, Wohneigentum und das pflichtbewusste, ständige Besuchen von Home Depot.“ Doch genau dieser Weg verlor für sie an Bedeutung.

„Stattdessen wollten wir unseren eigenen Weg gehen.“ Correll ergänzt: „Letztendlich war es einfach nicht erfüllend. Wir hatten all das erreicht und uns ein Leben aufgebaut, aber zu diesem Zeitpunkt taten wir nichts Neues mehr.“

Courtesy of Samuel Correll

Stillstand statt Fortschritt – das wurde zum Problem

Claiborne: „Es schien wirklich so, als würden wir nur noch unsere Pflicht erfüllen, und es gab nicht viel Aufregendes, auf das wir uns freuen konnten. Wir wollten nicht warten, bis wir im Ruhestand oder alt waren oder einer von uns gesundheitliche Probleme hatte, bevor wir beschlossen, die Welt zu sehen und international tätig zu werden.“

Der Ausbruch begann vorsichtig. Drei Monate reisten sie durch Europa: Italien, Malta, Portugal, Spanien, Großbritannien. Erst danach fiel die eigentliche Entscheidung. Correll: „Wir kehrten nach Hause zurück und beschlossen dann, weniger als ein Jahr später den Umzug zu wagen.“

Sie verkauften ihr Haus. Der Immobilienmarkt spielte ihnen in die Karten. Die größere Frage war nun: Wohin?

Courtesy of Samuel Correll

Albanien war zunächst kein Plan. Eher eine pragmatische Lösung. Correll: „Dann ging es eher darum, wohin wir gehen könnten und wo wir eine Weile bleiben könnten, während wir einen längerfristigen Plan ausarbeiteten.“

Schnell wurde klar: Ohne eigenes Einkommen würde es nicht funktionieren. Also setzten sie auf Unternehmertum. Claiborne: „Sam und ich haben beide das Unternehmensleben und sechsstellige Remote-Jobs aufgegeben, um eine Chance zu ergreifen und auf Albanien zu setzen.“

Die Rechnung dahinter ist einfach: Wer im Ausland arbeiten will, braucht Flexibilität. Und die liefert oft nur Selbstständigkeit. „Und ehrlich gesagt ist in dieser Region das Unternehmertum der wichtigste Weg, ins Ausland zu ziehen, wenn man nicht im Ruhestand ist.“

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Das Risiko war real. Correll: „Spencer hatte beschlossen, seinen Job zu kündigen, und ich hatte vor, meinen Job in der Unternehmenswelt noch eine Weile beizubehalten, aber wir wussten, dass das langfristig nicht tragbar war.“

Ein klarer Plan fehlte. Aber sie vertrauten auf ihre Fähigkeiten. „Wir hatten die unternehmerischen Fähigkeiten, um Beratung und Ähnliches anzubieten, aber wir sind nicht mit einem soliden Plan an die Sache herangegangen.“

Ein entscheidender Vorteil: die Einreise. Claiborne erklärt: „Speziell für Amerikaner gilt: In Albanien können Amerikaner zwölf Monate lang ohne Visum bleiben.“ Das senkt die Hürde drastisch. „Man reist einfach ein, geht durch ein E-Gate und kann bleiben.“

Courtesy of Samuel Correll

Für viele Länder gilt das Gegenteil: erst Bürokratie, dann Umzug. In Albanien ist es umgekehrt. Auch der langfristige Aufenthalt ist unkompliziert. „Wir haben uns für den Weg über Unternehmertum und Unternehmensgründung entschieden, um eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten, und konnten innerhalb von etwa sechs Monaten nach unserer Ankunft hier eine fünfjährige Aufenthaltsgenehmigung zu relativ geringen Kosten erhalten.“

Correll konkretisiert: „Es hat für uns beide weniger als 2.000 Dollar (ca. 1.850 Euro) gekostet.“

Ein weiterer Faktor: Geschwindigkeit. „Wenn man nach Portugal zieht oder in viele andere Länder, muss man das Visum beantragen, bevor man die USA verlässt“, sagt Correll. „Und da wir unser Haus während der Sommersaison verkaufen wollten, hatten wir dafür keine Zeit.“

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Albanien selbst überraschte sie. Claiborne: „Das Schöne an Albanien ist, dass es sowohl ein uraltes als auch ein sehr junges Land ist – die Regierung in ihrer jetzigen Form ist erst 30 oder 35 Jahre alt, und es findet ein rascher Aufholprozess gegenüber dem Rest Europas statt.“

Das Land modernisiert sich – auch mit Blick auf einen möglichen EU-Beitritt. Für Correll und Claiborne entstand daraus eine Chance. „Als Sam und ich landeten, waren wir uns nicht hundertprozentig sicher, wie wir unser Geld verdienen würden, aber sobald wir hier waren, wusste ich mit Sicherheit, dass unser amerikanischer Geschäftssinn und unsere unternehmerische Denkweise von großem Wert sein würden.“

Der größte Schritt war jedoch ein anderer: loslassen. Correll: „Ich glaube, was uns ermöglicht hat, erfolgreich ins Ausland zu ziehen und voranzukommen, ist, dass wir alles losgelassen haben.“ Ein Bruch mit der eigenen Vergangenheit. „Wir haben unseren Besitz losgelassen und unser altes Leben hinter uns gelassen.“

Das fiel nicht leicht. Correll wuchs auf einem Familienbauernhof auf, umgeben von Dingen, die Generationen überdauert hatten. Später lebten sie in einem historischen Haus, gefüllt mit Möbeln, Kunst – und Erinnerungen. „Letztendlich haben wir beschlossen, das meiste davon loszulassen.“

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Claiborne erkennt darin ein Muster. „Was mir in diesem Prozess klar wurde, war, dass es unsere Sachen waren, die uns zurückhielten.“

Materieller Besitz als unsichtbare Last

„Es ist unglaublich befreiend, aber auch unglaublich herausfordernd, all die Gegenstände loszuwerden, die dein Leben ausmachen.“ Ihre Erfahrung: Viele unterschätzen genau diesen Punkt. Auffällig ist auch, wer überhaupt auswandert.„Die meisten Menschen, die umziehen, sind älter. Sie sind im Rentenalter und erhalten ein Rentnervisum“, sagt Claiborne. „Es kommt selten vor, dass jüngere Menschen für längere Zeit in Albanien sind.“

Gerade deshalb sehen sie ihren Schritt als Experiment. „Man muss sich nicht endgültig entscheiden“, sagt Claiborne. „Man kann sagen: Ich probiere es aus.“

Ein begrenztes Risiko – mit offenem Ausgang

„Und wenn es nicht klappt, habe ich noch Zeit, etwas anderes zu machen.“ Am Ende steht kein perfekter Plan, sondern eine Entscheidung. „Mir wurde klar, dass ich es mir später vorwerfen würde, wenn ich es nicht versuchen würde“, sagt Claiborne.

Und heute? „Ich wollte unbedingt herausfinden, ob mir das gefällt, ob das ein Lebensstil ist, den ich bevorzuge – und ich bin wirklich dankbar, dass wir es getan haben.“

Lest den Originalartikel auf Englisch bei Business Insider US.





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