
Flamingo-Revolution: Albanien-Proteste gegen Trumps werden größer
Seit 21 Tagen brennt Albanien – ein Trump-Luxusresort im Naturschutzgebiet bringt ein ganzes Land auf die Straße.
Seit Ende Mai gehen täglich Zehntausende Menschen in der albanischen Hauptstadt auf die Straße. Der Auslöser: ein milliardenschweres Luxusresort, das Ivanka Trump und ihr Ehemann Jared Kushner gemeinsam mit einem albanischen Investor an der Südküste des Landes planen – mitten in einem Naturschutzgebiet. Das Projekt soll in Zvernec entstehen, rund 150 Kilometer südwestlich von Tirana, in einem der letzten unberührten Küstengebiete der albanischen Adria – einem Flamingo-Brutgebiet. Demonstranten rissen am Kakomes-Strand Absperrungen nieder und riefen: „Die Strände gehören dem Volk, nicht Oligarchen.“ Die Bilder gingen viral. Was dann passierte, hat selbst erfahrene Beobachter überrascht – das Video zeigt, wie sich die Lage seitdem dramatisch zugespitzt hat.
Strafverfahren und Rücktrittsrufe: Wie weit geht Albaniens Regierung?
Die Proteste, die inzwischen als „Flamingo-Revolution“ bekannt sind, haben sich längst über den Umweltschutz hinaus ausgeweitet. Die Demonstranten fordern den sofortigen Baustopp – aber auch den Rücktritt von Ministerpräsident Edi Rama, der seit 13 Jahren regiert und das Projekt vehement verteidigt. Albanische Behörden haben mittlerweile Strafverfahren gegen Dutzende Protestierende eingeleitet, zuletzt gegen 27 weitere Demonstranten. Auch Haftbefehle wurden beantragt. Es begann Ende Mai mit Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten an einem Strand in Südalbanien. Was daraus geworden ist, hat selbst erfahrene Beobachter überrascht: täglich Tausende auf den Straßen von Tirana, eine Protestbewegung, die ganz Europa aufhorchen lässt: die „Flamingo-Revolution“. Albaner aus dem Ausland reisen eigens in ihre Heimat, um mitzumachen. Am vergangenen Wochenende versammelten sich so viele Menschen wie noch nie zuvor. Sehen Sie neueste Bilder aus Albanien im Video.
