Größter unterirdischer Thermalsee der Welt in Urlaubsland Albanien entdeckt
Tief unter Albanien schlummert ein Weltrekord: Forscher entdeckten den größten unterirdischen Thermalsee der Erde – 127 Meter tief, türkisblau und giftig.
Leskovik – 127 Meter tief in der Erde, verborgen hinter einer aufsteigenden Dampfwolke, schlummert er: Ein türkisblaues Gewässer, das die Welt noch nie gesehen hat. Albanien, das kleine Balkanland, von Reisenden seit Jahren als Geheimtipp gehandelt, schreibt gerade Naturgeschichte.

Im Jahr 2021 erkundet ein tschechisches Forscherteam das Vromoneri-Tal im Süden Albaniens, nahe der griechischen Grenze. Politische Spannungen hatten Expeditionen in dieser Region jahrelang fast unmöglich gemacht. Dann verrät eine mächtige Dampfsäule, die aus dem Kalksteinmassiv aufsteigt, das Geheimnis: Tief unter der Erde klafft ein rund 100 Meter tiefer Abgrund – die sogenannte Atmos-Höhle. Und auf ihrem Grund liegt ein See, der die Forscher sprachlos macht.
„Etwas Außergewöhnliches entdeckt“: Größter unterirdischer Thermalsee der Welt begeistert Forscher
„Bei unserer ersten Erkundung haben wir mit unserer Ausrüstung eine einfache Karte erstellt und sofort erkannt, dass wir etwas Außergewöhnliches entdeckt hatten“, wird Expeditionsfotograf Richard Bouda von Euronews zitiert. Erst Jahre nach der Erstentdeckung kennen die Wissenschaftler die genauen Dimensionen des Sees.
Mit einem mobilen LIDAR-3D-Scanner vermessen sie die gesamte Höhle, den Unterwasserteil analysieren sie per Sonar. Das Ergebnis, das die Neuron-Stiftung im Februar 2025 feiert: Der See ist 138,3 Meter lang, 42 Meter breit und fasst 8.335 Kubikmeter heißes, mineralreiches Thermalwasser – mehr als jeder andere unterirdische Thermalsee der Welt. Den Namen trägt er nach seiner Geldgeberin: Neuron-See.
„Die Kuppel über dem See ist dreimal so groß wie der Hauptsaal des Nationaltheaters in Prag, was seine Einzigartigkeit noch unterstreicht“, schreiben die Forschenden. Bisher galt ein Thermalsee unter einem türkischen Bad in Budapest als Rekordhalter – er ist nun abgelöst.
Giftig, aber faszinierend: Das Wasser riecht nach faulen Eiern
Der Neuron-See ist kein idyllisches Badegewässer. Sein Wasser stinkt nach Schwefelwasserstoff – giftig und beißend. An der Luft oxidiert der Stoff zu Schwefelsäure, die den umgebenden Kalkstein langsam auflöst und so immer neue Hohlräume ins Gestein frisst. Genau das macht den See für Geologen und Hydrologen so wertvoll: Er gibt Einblick in die unterirdischen Wasserflüsse und die Karstgeologie der gesamten Region, wie scinexx.de berichtet.
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Der Fund kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Albanien ohnehin immer mehr Touristen anzieht. Das Land gilt als eines der aufstrebenden Reiseziele Europas – mit unberührten Stränden, wilden Bergen und nun: dem größten unterirdischen Thermalsee der Welt. Ob der Neuron-See jemals für Besucher zugänglich sein wird, ist noch offen. Die Forscher kartieren derzeit auch drei angrenzende Höhlensysteme – das letzte Wort über diese unterirdische Wunderwelt ist also noch längst nicht gesprochen. Indes waren jüngst die Meinungen einiger Camper im Albanien-Urlaub nicht nur positiv. (Quellen: Euronews, Neuron-Stiftung, Scinexx.de) (kh)
