
Hoti: Auch nach den Verhandlungen steht Albanien vor einer entscheidenden Phase im Hinblick auf den EU-Beitritt – KOHA.net
Dritan Hoti, Professor für internationale Beziehungen an der Mittelmeeruniversität in Albanien, erklärte, der Abschluss der ersten drei Verhandlungskapitel Albaniens für den Beitritt zur Europäischen Union sei ein sehr fortschrittlicher Schritt.
Hoti erklärte jedoch in der Sendung „60 Minutes“ auf KTV, dass die Verhandlungen Albaniens mit der EU zwar im Jahr 2027 abgeschlossen werden könnten, es aber noch eine weitere Phase namens „Komplementärphase“ gebe, in der alle EU-Länder sowohl ihren gemeinsamen als auch ihren individuellen Standpunkt darlegen müssten.
„Die Verhandlungen können 2027 abgeschlossen werden, doch der Beitritt Albaniens stellt dann eine weitere, ergänzende Phase dar. Es bleibt abzuwarten, welchen Weg die Europäische Union einschlagen wird. Wir haben Positionen gesehen, die weder kohärent noch systematisch sind. In den letzten drei Jahren hat sich der geopolitische Diskurs, beginnend mit dem Angriff auf die Ukraine, verändert. Als wir uns mit den konkreten Erfordernissen auseinandersetzten, stießen wir auf eine Diskrepanz zwischen den Wünschen des Diskurses und der konkreten Umsetzung des Integrationsziels. An diesem Punkt müssen sich alle EU-Staaten gemeinsam und individuell äußern“, erklärte Hoti.
Bezüglich Kosovo erklärte Professor Hoti, dass man seiner Ansicht nach nicht zu sehr darauf beharren sollte, dass Kosovo nicht genug für seine Integration in die Europäische Union tue.
Seinen Angaben zufolge hing dieser gesamte Prozess tatsächlich vom Verhalten Serbiens ab, da die internationale Bühne versucht habe, dessen Ideologie zu ändern.
„Die Integration hängt nicht von Kosovo ab. Kosovo strebt zwar die Integration in die Europäische Union an, sieht diese aber als eine bedeutende institutionelle Errungenschaft des neuen Staates Kosovo. Alles hängt – und hing in all den Jahren – vom Verhalten Serbiens ab. Ob es in Serbien Tendenzen zu einer ideologischen Reform geben wird, ob sich die ideologische Ausrichtung der serbischen Elite verändern wird. Dieser emanzipatorische Prozess würde auch zu einer gewissen Entspannung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern führen“, sagte Hoti.
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Hamza: Kosovo braucht Institutionen, keine Regierung, die Prozesse in die Länge zieht.
Albanien wird voraussichtlich heute drei Verhandlungskapitel zum EU-Beitritt abschließen. Die EU hat zugestimmt, dass Albanien die Kapitel mit den Ordnungsnummern 25, 26 und 30 schließt, da für diese entweder keine Verhandlungen mehr erforderlich sind oder Albanien alle Kriterien erfüllt hat.
Am selben Tag wird Montenegro voraussichtlich zwei weitere Kapitel schließen, womit sich die Zahl der geschlossenen Kapitel auf 18 erhöht.
Von den Ländern der Region hat nur Kosovo keinen EU-Kandidatenstatus erhalten. Das Problem dabei ist, dass der Staat von fünf Mitgliedstaaten nicht anerkannt wird: Spanien, Griechenland, Rumänien, der Slowakei und Zypern.
