Punë në Gjermani

In Albanien tobt „Flamingo-Revolution“ gegen Luxusresort von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner – DiePresse.com


Ein kontroverser US-Investor bewegt im amerikafreundlichen Albanien die Massen. Doch die Wut der Demonstranten richtet sich auch gegen die albanische Politikerkaste.

Seit Tagen protestieren in Albanien Massen gegen ein Immobilienprojekt in einem Naturschutzgebiet.

Seit Tagen protestieren in Albanien Massen gegen ein Immobilienprojekt in einem Naturschutzgebiet. Reuters / Florion Goga

Belgrad/Tirana. Mit rosa Pappflamingos und Spruchbändern wie „Albanien ist nicht zu verkaufen“ ziehen Tausende Demonstranten schon seit Tagen durch das Zentrum von Tirana. Der Grund: Sie wollen ein von einem milliardenschweren Konsortium geplantes Luxusresort auf der Insel Sazan und einem Küstenstrich an der Narta-Lagune unweit des südalbanischen Küstenorts Zvernec unbedingt verhindern.

Nicht nur Flamingos und Pelikane, sondern auch die vom Aussterben bedrohte Mittelmeer-Mönchsrobben oder Karettschildkröten nutzen den bisher weitgehend unberührten Küstenstreifen vor dem Delta des Vjosa-Flusses genauso wie Zehntausende Zugvögel als Rückzugsgebiet. Von den Stränden der einst als Militärstützpunkt genutzten und nun unbewohnten Insel Sazan zeigt sich wiederum US-Präsidententochter Ivanka Trump begeistert: „Es ist eine unglaublich schöne Privatinsel mitten im Mittelmeer.“

Mit vier Milliarden Dollar beziffert Albaniens Premier Edi Rama die Investitionen des wenig transparenten Konsortiums in das kontroverse Nobelresort, das 10.000 Betten zählen soll. Als strategischer Investor soll Trumps Schwiegersohn Jared Kushner 1,4 Milliarden Dollar berappen. Ein kontroverses US-Investorenpaar bewegt im traditionell eigentlich US-freundlichen Albanien die Massen. „Ivanka, geh nach Hause“, so einer der aufgebrachten Botschaften der Demonstranten in Tirana und Zvernec. Unterdessen breitet sich die sogenannte „Flamingo-Revolution“ auf die albanische Diaspora im Ausland aus: Auch in München und Berlin waren am Freitagabend erste Protestdemos gegen Kushners Privatinselpläne geplant.

Die Wut der Demonstranten richtet sich indes keineswegs nur gegen die geschäftstüchtige Trump-Familie, sondern vor allem auch gegen Albaniens als korrupt kritisierte Politikerkaste. Seit Ende Mai die Angehörigen eines privaten Sicherheitsdienstes den mehreren hundert Hektar großen Küstenstreifen bei Zvernec mit Stacheldrahtzäunen abriegelten und einen überwältigten Demonstranten vor den Augen der Kameras hunderte von Metern über den Strand schleiften, schwappt eine Woge der Empörung durch Albanien.

Kritiker werfen der Regierung grobe Verstöße gegen Umweltschutzauflagen und Intransparenz vor. Wegen der rechtlich dubiosen Änderung des Status als Naturschutzgebiet hat die 2019 auf EU-Drängen eingerichtete Sonderstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung von Korruption zu Wochenbeginn Ermittlungen eingeleitet.

Mit der Beteuerung, dass die Pläne fürs Luxusresort keineswegs feststünden und die Umweltverträglichkeitsprüfungen noch nicht abgeschlossen seien, versucht Rama bisher vergeblich, Druck vom Kessel zu nehmen. Sehr glaubwürdig wirken seine Erklärungen angesichts der Rodungsarbeiten zur Anlegung neuer Straßen für Baufahrzeuge im Schutzgebiet allerdings nicht. Weder mit „Dialog“-Angeboten noch mit Wasserwerfer-Einsätzen vermochte der Premier die Proteste bisher zum Verstummen zu bringen.

Könnte Kushners Traum von der perfekten Luxusferieninsel doch noch platzen? Nach Protesten und Ermittlungen wegen des Verdachts einer mit Unterschriftenfälschung erwirkten Aufhebung von Denkmalschutzauflagen hatte Kushner im Vorjahr von seinem Vorhaben abgesehen, im serbischen Belgrad auf dem Gelände des von der Nato 1999 zerbombten Generalstabs einen Trump-Tower samt Luxushotel errichten zu lassen.

Rama will das Projekt durchziehen: „Es gibt absolut keine Chance, dass die Investition gestoppt wird, solange ich hier bin.“



Source link

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *