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Landverkauf an Israel? Bild von Grenzschild in Albanien ist nicht echt


Seit Wochen protestieren tausende Albanerinnen und Albaner mit Slogans wie „Albanien steht nicht zum Verkauf“ gegen Investitionsvorhaben auf der Insel Sazan und dem Küstenabschnitt Zvërnec. In den Gebieten, die teils Naturschutzgebiet sind, sollen nach Plänen von Jared Kushner, Ehemann von Ivanka Trump, Tochter des US-Präsidenten Donald Trump, Luxushotels entstehen. 

Im Mai 2026 wurde in diesem Zusammenhang ein Stacheldrahtzaun in Zvërnec errichtet. Laut Albaniens Ministerpräsident Edi Rama dient er dazu, das Gebiet abzugrenzen, in dem unter anderem Feldmessungen durchgeführt werden müssten. Diese sollen eine Bedingung für eine mögliche Baugenehmigung sein. 

In Sozialen Netzwerken kursiert dazu international ein Bild, das den Stacheldrahtzaun in Zvërnec zeigen soll – daran ist angeblich auch ein Grenzschild mit der israelischen Flagge montiert. Dadurch entsteht der Eindruck, ein Teil des Landes gehöre Albanien und ein Teil gehöre Israel. 

Laut Beiträgen in Sozialen Netzwerken belege dieses Bild einen Landverkauf Albaniens an Israel, doch das Bild ist nicht echt
Laut Beiträgen in Sozialen Netzwerken belege dieses Bild einen Landverkauf Albaniens an Israel, doch das Bild ist nicht echt (Quelle: Reddit; Screenshot und Falsch-Label: CORRECTIV.Faktencheck)

Einzelne Details des Bildes sind unstimmig

Doch das Gebäude, das im Hintergrund des Bildes zu sehen ist, ist in Aufnahmen von Google Maps am Küstenabschnitt Zvërnec nicht auffindbar. 

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Zudem sind auf dem Schild die albanische und israelische Flagge abgebildet. Ein genauer Blick zeigt jedoch, dass der zweiköpfige Adler auf der albanischen Flagge kaum bis überhaupt nicht erkennbar ist, sondern verschwommen wirkt – und das trotz der kurzen Distanz, aus der das Bild angeblich entstanden sein soll. Auch der abgebildete Schatten der Schrauben scheint im Verhältnis zu deren Größe unrealistisch.

Eine weitere Ungereimtheit: Auch für den Stacheldraht auf dem Zaun gibt es keine sichtbare Befestigung. Das Bild wirkt deshalb wie eine Bildmontage, für die zuerst der Stacheldraht und danach, im Vordergrund des Bildes, der Zaun eingesetzt wurde. 

Bild des angeblichen Grenzschildes in Albanien enthält Hinweis auf Bearbeitung mit Künstlicher Intelligenz

Laut dem Verifizierungstool von OpenAI, der Firma hinter dem KI-Assistenten ChatGPT, enthält das Bild eine sogenannte SynthID. Das ist ein unsichtbares digitales Wasserzeichen, mit dem OpenAI und auch Google kenntlich machen, dass ihre KI-Anwendungen genutzt wurden um ein Bild zu erstellen oder zu bearbeiten. Es liegt also nahe, dass das Bild mit KI erstellt wurde. Ob das der Fall ist, lässt sich abschließend jedoch nicht klären, denn KI-Tools können beispielsweise auch nur genutzt werden, um ein Bild zu verkleinern.

Das Verifizierungstool von OpenAI hat bei dem angeblichen Bild aus Zvërnec eine SynthID erkannt, was auf die Nutzung von Künstlicher Intelligenz hindeutet
Das Verifizierungstool von OpenAI hat bei dem angeblichen Bild aus Zvërnec eine SynthID erkannt, was auf die Nutzung von Künstlicher Intelligenz hindeutet (Quelle: OpenAI; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

Albanischen Medienberichten zufolge gibt es kein derartiges Grenzschild 

Mehrere albanische Medien haben über die Investitionsvorhaben und Proteste berichtet. Darunter auch über jene Proteste, die direkt am Stacheldrahtzaun in Zvërnec stattfanden und keiner der Berichte erwähnt das angebliche Grenzschild. 

Im Gegenteil: Das Onlinemedium Citizens.al berichtete Anfang Mai, dass es dort keine Hinweisschilder gebe. Aufnahmen der Nachrichtenagentur Reuters und weitere Pressefotos von vor Ort zeigen ebenfalls kein solches Grenzschild. Das spricht dafür, dass das Bild, das in Sozialen Netzwerken kursiert, nicht echt ist. Der Zaun in den Fotos sieht zudem anders aus. 

Berichten zufolge wurde der Stacheldrahtzaun in Zvërnec inzwischen entfernt. Für die Behauptung, dass Albanien Land in Sazan oder Zvërnec an Israel verkauft habe, gibt es darüber hinaus keine Belege. Das bestätigten uns Journalisten des BIRN (Balkan Investigative Reporting Network), des albanischen Investigativmediums Shteg und der albanischen Faktencheck-Redaktion Faktoje auf Anfrage. Ministerpräsident Edi Rama dementierte die Behauptung mehrfach. Von der israelischen Regierung erhielten wir bis zur Veröffentlichung keine Rückmeldung

Redigatur: Matthias Bau, Max Bernhard





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