Punë në Gjermani

Martin Henze: Flamingo Revolution versus strukturelle Korruption der Exekutive, organisierte Kriminalität und Auflösung demokratischer Strukturen in Albanien wo hin marschiert Albanien


Interviewer: Hat Naturschutz in Albanien Priorität?

Henze:

NOA

Ich denke, das würde sich ändern, wenn sich die Administration in Albanien an Recht und Ordnung halten würde, der Souverän, also das albanische Volk im Mittelpunkt des staatlichen Handelns steht und sich der Autokrat Rama nicht über den Souverän lustig machen würde.

Der Flamingo steht für eine Zustandsbeschreibung Albaniens.

Sie können den Flamingo auch austauschen und stattdessen einen einfachen albanischen Mann, eine Frau oder ein Kind setzen.

Bei den Massendemonstrationen geht es letztendlich um viel mehr. Es hat mittlerweile die Qualität einer demokratischen Revolution, es geht um das Recht auf Glück, Freiheit, Zukunft und der Schutz der Lebensgrundlage der Albaner, der Natur und Kultur Albaniens. Es reicht den Albanern, sie wollen so nicht weitermachen.

Interviewer: Worum geht es denn tatsächlich?

Henze: Seit der zweiten Regierungsamtszeit von Rama wurde jede Parlamentswahl seit 2013 massiv gefälscht. Es gab eine massive Entwicklung hin zu einer Okkupation Albaniens durch die Familie Rama und seine engsten Finanzfreunde. Albanien degeneriert zu einem der korruptesten Länder weltweit und zu einem de facto Ein-Parteienstaat. Die Statistiken dazu liegen vor. Im Jahr 2025 hat sich Albanien in der internationalen Korruptionsskala erneut massiv verschlechtert.

Wenn Macht, wie in Albanien, stark konzentriert ist und unabhängige Kontrollinstanzen nicht mehr wirksam sind – gerade in einem kulturell geprägten, paternalistischen Land wie Albanien –, werden Entscheidungen undurchsichtig und/oder verschleiert durch Treuhandstrukturen mit mehreren Stockwerken getroffen.

Da in diesem System gleichzeitig die Arbeit von Medien, Justiz oder Antikorruptionsbehörden eingeschränkt ist, können Missstände schwieriger aufgedeckt oder verfolgt werden, wenn die Strukturen des Patrons dem nicht zustimmen.

Interviewer: Welche Rolle spielt wirtschaftliche Macht?

Henze: Nun, Albanien wird seit Jahren de facto ausverkauft. Wem nützt es? Der korrupten Administration und den abhängigen Investoren. Das Volk verarmt zunehmend, seit 2013 sind fast 1 Millionen Albaner, das 1/3 der Gesamtbevölkerung geflohen, die Natur wird ausgebeutet und damit auch ein zentrales Element Albaniens zerstört. Dies betrifft auch die albanische Identität. Die Albaner leben seit Jahrhunderten in Symbiose mit ihrer Natur, die ein elementarer Bestandteil der albanischen Kultur bis heute ist. Gehen sie einmal, wie ich ich in die albanischen Bergee in Valbona und übernachten sie in einfachen Hüten in den Bergen, oder gehen sie zu den Olivenbauern, Künstlern, Musikern oder zu den Fischern.  Vernichtet man die Natur, vernichtet man die albanische, kulturelle Identität und deren besondere Sprache. Das wäre ein sehr großer Verlust für die Weltgemeinschaft.

Bau- und Tourismusprojekte sind oft mit hohen Investitionssummen verbunden und können erhebliche Auswirkungen auf Wirtschaft und Umwelt haben. Deshalb sind transparente Vergabeverfahren, Umweltprüfungen und öffentliche Kontrolle besonders wichtig. Internationale Organisationen weisen zudem darauf hin, dass der Immobilien- und Bausektor in den meisten Fällen in Albanien für Geldwäsche missbraucht werden kann.

Unzählige Baustellen hüllen das Land in Staub und Lärm. Überall wird gesägt, gebohrt und geschliffen. Großprojekte in öffentlich-privater Partnerschaft lassen das Land in die Höhe wachsen. Allein in unmittelbarer Nähe des Hauptplatzes von Tirana sind zehn Hochhäuser geplant oder bereits im Bau. Die rege Bautätigkeit lässt auf einen wirtschaftlichen Aufschwung schließen, hat aber einen anderen Grund: Der Bau dieser Türme spiegelt nicht die tatsächliche Nachfrage wider, sondern dient der Geldwäsche. In Albanien ist das Bauen ein beliebtes Mittel der internationalen Gemeinschaft, um Geld aus dem Drogen-, Menschenhandel und Glückspielgeschäft zu waschen. Dass bei der Entwicklung nicht alles mit rechten Dingen zugeht, zeigt sich bereits bei den Preisen für Wohnimmobilien. Trotz eines Überangebots steigen diese weiter an, doch es wohnen kaum Menschen in diesen Häusern. Mittlerweile kostet ein Quadratmeter in der Hauptstadt über 1.500 Euro – eine erstaunlich hohe Summe für ein Land, in dem der monatliche Durchschnittslohn bei umgerechnet 500 Euro liegt. Dabei sollen laut lokalen Medienberichten mindestens zehntausende Wohnungen leer stehen. Offenbar werden viele teure Bauprojekte zur Geldwäsche genutzt, beispielsweise indem Baukredite mit Schwarzgeld abgezahlt werden. Die Globale Initiative gegen grenzüberschreitende organisierte Kriminalität (Global Initiative against Transnational Organized Crime, GI TOC) schätzt, dass zwischen 2016 und 2018 mehr als 1,2 Milliarden Euro im albanischen Bausektor gewaschen wurden – mit wachsender Tendenz.

Albanien etabliert sich seit 2013 als sicherer Hafen für Anleger. Eine ungesunde Kombination aus Schwarzgeld, Drogengeschäften mit Kokain und Cannabis sowie Menschenhandel führt zu einer Flut an Kapital und somit zu einer Durchdringung des gesamten staatlichen Systems, was als Korruption bezeichnet wird. Aus Albanien heraus sind Gruppen in den internationalen Kokainhandel übergegangen und haben Stützpunkte in Lateinamerika, insbesondere in Ecuador und Kolumbien, sowie in Europa, beispielsweise in den Niederlanden, Deutschland und Skandinavien, errichtet. Sie wurden Teil der fünf größten kriminellen Netzwerke Europas.

Insofern ist es folgerichtig, dass der Platz für Banken, Versicherungen und Logistik in Albanien in den letzten 12 Jahren exponentiell gewachsen ist. Albanien ist zum Hotspot für Schwarzgeld aus Drogen- und Erpressungsgeschäften in Europa geworden. „Sie sind nicht mehr nur Transportunternehmen, sondern wichtige Akteure, die Allianzen, Preise und Märkte für Kokain kontrollieren”, sagt Mejdini, der Leiter des Southeast Europe Observatory der Global Initiative Against Transnational Organized Crime (GI-TOC). Letzendlich , wenn wir auf die Ergebnisse der Entwicklung schauen, wird diese Entwicklung von staatlicher Seite aus geduldet. Wäre dies nicht der Fall, würde es keine Korruption geben.

All dies könnte nicht existieren, wenn es in Albanien einen Rechtsstaat und Demokratie gäbe.

Interviewer: Und den albanischen Bürgern, was ist ihnen in letzter Zeit aufgefallen?

Henze: Wenn die albanische Nation und die internationale Gemeinschaft nicht eingreifen, besteht die Gefahr, dass kriminelles Geld in der Wirtschaft, den Tourismus und Gesellschaft zur Normalität wird.

In Albanien habe ich von vielen Albanern gehört, dass die Korruption, die Drogenlogistik und das Schwarzgeld „normal“ seien.

Die Schattenwirtschaft ist stark von Schwarzgeld beeinflusst. Besonders betroffen sind das Baugewerbe, der Tourismus und der Handel. Die Folgen sind nicht nur für den Markt, sondern auch für die moralische Struktur der Gesellschaft und die Natur gravierend. Eine typische Entwicklung ist die zum NARCO-Staat, in der Mitte Europas, in Albanien zählt zurzeit noch das Geld und nicht der Mensch, die Moral und der Respekt.

Wenn Kriminalität in allen gesellschaftlichen Schichten als normal angesehen wird, degeneriert rechtsstaatliches und demokratisches und menschliches Verhalten, es zerreißt die Familien.

Dies ist kein guter Zustand für die Menschenrechte in Albanien, für das Recht der Menschen auf Freiheit, Glück und die Zukunft ihrer eigenen Kinder, für den Schutz der Natur und der Kultur. Kriminalität des Staates und zwischen den Menschen darf nicht zur Normalität werden. Der Spruch es sei „Normal“ gehört meines Erachtens in den Mülleimer albanischer Geschichte, der Administration Rama ist nicht normal.

Interviewer: Und wie sieht es mit der Wirtschaft aus? Was ist Ihnen da in letzter Zeit aufgefallen?

Henze: Die Wettbewerbsverzerrung auf dem Markt durch illegales Kapital ist seit der illegalen Parlamentswahlen von Rama im Jahr 2013, 2017,2021, 2025sowie die Repression gegen die Bevökerung permanent angestiegen. Es ermöglicht wenigen Akteuren, ganze Sektoren zu dominieren und ehrliche albanische Unternehmen auszuschließen. Die Folgen sind Monopolbildung und die Ausschaltung ehrlicher Erfolgschancen und Innovationen.

Bedenklich sind jedoch auch die Folgen für die Wirtschaft, die sich auf ein Engagement mit der Administration einlässt: Sie macht sich abhängig – auch persönlich – und muss für die Projekte zahlen. Dabei geht es nicht um kleine Summen, sondern um Milliarden.

Die kompromittierten Strukturen in Albanien, gerade in der Wirtschaft, sollten sich von der Rama-Administration lösen und sich mit konkreten, unabhängigen Maßnahmen positionieren.

Internationaler Druck ist nützlich, insoweit, als dass die USA, die EU und insbesondere Frankreich es unterlassen, derartige Personen wie Rama zu hofieren. Das ist ein Signal, das die Albaner benötigen.

Wirkliche Veränderungen kommen jedoch nur zustande, wenn es internen Druck in Albanien gibt und wichtige Mitarbeiter der staatlich besetzten Einrichtungen, wie Geheimdienste und Polizei, zur Zivilgesellschaft überlaufen. Diese Personen berichten uns derzeit auch mittels einer Vielzahl von Dokumenten über die kriminellen Strukturen in der Administration.

Ich habe den Eindruck, dass auch in Wirtschaftskreisen endlich deutlich wird, dass es so nicht weitergehen kann und die Grenzkosten für sie persönlich und ihre Unternehmen zu hoch werden.

Albanien hat nur auf dem Papier eine Verfassung. Für die Umsetzung dieses Rechtsstaats bedarf es jedoch der Akzeptanz von Regeln und einer Gewaltenteilung. Beides können wir bei der Regierung Rama, die derzeit noch als einzige Partei die Politik Albaniens bestimmt, nicht erkennen.

Interviewer: Rama spricht von massiven Bau- und Tourismusinvestitionen, die dem Land eine Zukunft geben.

Henze: Sicherlich. Sehen Sie, wir in Europa , aber auch in Washington haben erkannt, dass, wenn Rama von der Zukunft Albaniens spricht, er seine eigene Zukunft und die seiner Organisation und dem Drogenhandel meint. Das sollte nicht verwechselt werden. Seine Organisation hat das Land stillschweigend okkupiert. Die internationale Presse hat dafür einen Namen geprägt und spricht von der Mafia-Regierung Rama.

Interviewer: Und wie sieht es mit einem EU-Beitritt aus?

Henze: Auf keinen Fall. Solange Albanien von einer der korruptesten Exekutiven weltweit regiert wird und die sich nicht an internationale Regeln, wie jetzt im Flamingo-Fall, hält, hat dieses Land in Europa nichts zu suchen.

Es gibt keine Basis, darüber nachzudenken. Die Familie Rama hat keinen Platz in Brüssel und Straßburg.

Wir werden diplomatische Gepflogenheiten aufrechterhalten, wozu auch gehört, dass wir mit Autokraten sprechen.

Sollte in Brüssel jemand eine andere Sicht haben, sollte er der internationalen Gemeinschaft erklären, weshalb eines der korruptesten Länder der Welt an den Finanzierungsstrukturen der EU und der USA partizipieren sollte.

Albanien braucht zuerst eine neue, legal an die Macht gelangte demokratische Regierung, die die Kriterien der Kopenhagen Erklärung umsetzt, die den besondere 10 Punkte Plan des Europa Parlamentes und des Deutschen Bundestages aus 2019 für Albanien realisiert und dann sehen wir weiter.

Interviewer: Und die Pressefreiheit, hilft die nicht als Korrektiv?

Henze: Albanien fällt im Index der Medienfreiheit in 2025 wiederholt weiter zurück. Albanien möchte EU-Mitglied werden, doch nach Einschätzung von Reporter ohne Grenzen und internationalen Experten gibt es in Albanien zunehmend kaum mehr Pressefreiheit. Die EU findet dafür keine klaren Worte. Rama beleidigt derweil Journalisten und macht sich über die EU lustig. So zum Beispiel im Sommer 2022. Rama hatte einen TV-Journalisten bei einer Pressekonferenz vor laufenden Kameras öffentlich abgekanzelt und ihm „Umerziehung“ angedroht. Derartige Einlassungen sind nur aus Diktaturen bekannt.

Von der Leyen hätte sich damals eigentlich kritisch äußern müssen, tat es jedoch nicht. Einer der vielen Fehler auch der EU Kommission.

Rama hatte damals einen albanischen Experten für drei Monate von weiteren Pressekonferenzen der Regierung ausgeschlossen. Der Journalist hatte kritische Fragen zu den Aktivitäten eines wichtigen Investors im albanischen Tourismus gestellt. Auch eine Journalistin wurde für 30 Tage ausgeschlossen, weil sie nach Korruption in der Regierungspartei gefragt hatte. Wie in Russland stehen kritische Medien unter besonderer Beobachtung der Finanzpolizei und der Sicherheitsdienste. Einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt es zwar, aber auch der ist Teil der Administration/Exekutive Ramas.

Die Entwicklung ist gravierend. Fälle von Einschüchterung, öffentlichen Beleidigungen, Verleumdungskampagnen und strategischen Klagen gegen Journalisten (SLAPP-Klagen) sowie Einschüchterungen und Bedrohungen ihres sozialen Umfelds sind nach wie vor weit verbreitet. Wenn einem albanischen Journalisten Bußgelder drohen, die weit über seinem Monatsgehalt liegen, wird er zu „protokollarischer Berichterstattung” tendieren, die der Öffentlichkeit kaum qualitative Informationen liefern kann. Ich erinnere nur an die Änderungen des albanischen Mediengesetzes Ende 2019, das nichts anderes als ein Zensurmechanismus war. Der damalige Staatspräsident Ilir Meta legte sein Veto gegen die umstrittenen Gesetze ein, da sie drakonische Geldstrafen und staatliche Kontrollen über Online-Medien ermöglicht hätten. Es folgten massive Angriffe durch die Rama-Organisation und ihren Akteur Balla im Parlament gegen den Staatspräsidenten Meta und der Versuch, ihn abzusetzen. Die Venedig-Kommission verhinderte dies letztlich. Die Organisation Rama suchte dann andere Wege, die Pressefreiheit zu beschränken, was wir sehr gut am Pressefreiheitsindex von Reporter ohne Grenzen ablesen können. Der damalige Widersacher und Beschützer der Pressefreiheit wurde nach Ablauf seiner Amtszeit mit haltlosen und rechtsstaatlich nicht begründeten Methoden überzogen, wie in Russland, und mit einer Desinformations- und Korruptionskampagne in Verbindung gebracht. Vor den Parlamentswahlen 2025 wurde er 2024 inhaftiert – unserer Einschätzung nach ohne substantiierte Rechtsgründe – und befindet sich bis heute in Isolierhaft.

Der Fall Navalny scheint sich zu wiederholen. Wir haben inzwischen die große Befürchtung, dass Meta im Gefängnis psychisch zugrunde gerichtet wird und sein Tod nicht auszuschließen ist. Unabhängig davon, was an den Vorwürfen nun richtig oder falsch ist, wird Meta vom albanischen Regime als warnendes Beispiel hofiert: Das ist das Schicksal, das einen erwartet, wenn man sich gegen den Patron Rama und dessen Familie stellt.

Auffällig ist für uns der Kontrast zwischen den Reformversprechen, die die Regierung Rama kommuniziert, und der Realität vor Ort, wo der politische, administrative und wirtschaftliche Einfluss auf die Medien weiterhin stark ist.

Das liegt daran, dass sich die Organisation als den albanischen Staat versteht und eine systemische Verbindung zwischen Staat und Volk erwartet. Wer gegen diesen Staat agiert, ist gegen das albanische Volk und muss aus „staatlichem Interesse“ zurechtgewiesen werden – so simpel ist es in Albanien.

Interviewer: Kann sich daraus ein Kreislauf entwickeln?

Henze: In Albanien verstärken sich verschiedene Faktoren gegenseitig:

  • Kontrollinstitutionen können die Korruption der eigenen Exekutive und Regierung kaum verhindern, nur im Einzelfall, wenn dies international öffentlich gemacht wird.
  • Korruption begünstigt massiv die Durchsetzung wirtschaftlicher Sonderinteressen.
  • illegale Finanzströme versuchen, Einfluss auf legale Wirtschaftsbereiche zu nehmen.
  • Die Staatsbank ist in der Hand einer derart konfigurierten Administration de facto eine „Spielbank“, sodass auch Währungsspekulationen nicht ausgeschlossen werden können und die Finanzaufsicht dysfunktional sein dürfte.
  • Mangelnde Transparenz reduziert den Umwelt- und Naturschutz sowie den Schutz der Kulturgüter.
  • Eingeschränkte Pressefreiheit führt zu einer Dysfunktionalität der vierten Gewalt.
  • Politisierte Justiz und Sicherheitsbehörden.
  • Die Konzentration politischer Macht reduziert permanent die demokratische Kontrolle, was perspektivisch auch zur Dysfunktionalität der Legislative führen wird – nicht auf dem Papier, aber in der Realität.

Interviewer: Was kann nun unternommen werden?

Henze: Das, was ich schon 2019 zu dem Illegalen Abriss des albanischen Staatstheaters gesagt habe. Der Souverän, also das albanische Volk, hat es in der Hand. Er ist der Souverän und nicht Rama, Balla oder Olsi Rama.

Wenn wir uns nun die Situation in Albanien ansehen, dann sehen wir letztendlich eine Okkupation durch eine Ein-Parteien-Organisation, eine Führung und Regierung, die zu einem hohen Grad korrupt ist, und dass Wahlen seit 2013 immer wieder massiv gefälscht werden.

Das Ergebnis ist, dass heute Albanien kommunal und landesweit von einer Partei-Regierung regiert wird, deren Akteure die Exekutive landesweit durchdrungen haben. Somit sind letztendlich die Gewaltensysteme in Albanien neutralisiert. Ab und an gibt es ein spezielles Framing, wir nennen das  „Schaufenster – Prozesse“, dort wird Theater gespielt und auch im Einzelfall Protagonisten des Regimes, die in Ungnade gefallen sind angeklagt. Entweder, so sagt man in Albanien, erhalten sie dann eine einjährige Luxus – Duschbehandlung. Oder sie werden rechtzeitig gewarnt und fliehen ins Ausland, so wie es einigen Stellvertretern von Rama gemacht haben.

Das letzte Mittel zum Schutz der Verfassung und der Rechte des Souveräns ist der Widerstand.

Das erleben wir derzeit in Albanien. Es zeigt uns, wie mutig die Bevölkerung ist: Hunderttausende Albaner, viele aufrechte und patriotische Albaner, Kinder, Frauen, Männer und alte Menschen. Es zeigt uns aber auch, dass Rama nicht das Volk ist. Und es zeigt uns, dass das albanische Volk es satt hat, von einem Autokraten wie Objekte behandelt zu werden, die ihm de facto dienen sollen.

In den letzten Tagen haben sich Rama und seine Organisation entkleidet auf der Weltbühne gezeigt und ihr wahres Gesicht präsentiert. Sie machen das albanische Volk lächerlich und stellen es als unwissend und einfach da.

Interviewer: Und nun?

Henze: Wenn nichts anderes mehr hilft, drückt die albanische Verfassung den Albanern die Waffe des Widerstandsrechts in die Hand, um ihr eigenes Überleben zu sichern. Alle Staatsgewalt geht in einer Demokratie vom Volke aus, auch in Albanien.

Das Widerstandsrecht ermöglicht private Gewalt und durchbricht die Bürgerpflicht zum Rechtsgehorsam. Dabei geht es letztendlich um eine Nothilfe der albanischen Bürger, um Angriffe auf die albanische Verfassung und die grundgesetzliche Ordnung abzuwehren. Das Schutzgut ist damit eng umrissen.

Zu den Mitteln gehören Massendemonstrationen, soweit sie zur Wiederherstellung der öffentlichen, sozialen und wirtschaftlichen Ordnung in Albanien beitragen, Streiks. Der Streik kann ein entscheidendes Mittel der Wahl zum Schutzes des albanischen Staates werden.

Es geht nicht um die Umsetzung einseitiger politischer Ziele, sondern um die Wiederherstellung des Verfassungsstaates und die Beseitigung der Regierungs­korruption.

Das Streikrecht ist Bestandteil der Vereinigungsfreiheit. Als völkerrechtlich verbindlicher Vertrag des Europarats garantiert beispielsweise die Europäische Menschenrechtskonvention (ESCR) in Artikel 6 Absatz 4 das Recht auf kollektive Maßnahmen, einschließlich Streik, oder auch Artikel 51 der albanischen Verfassung. Entscheidend ist jedoch das Notwehrrecht zum Schutz der Souveränitätsrechte der albanischen Bevölkerung.

Dabei ist selbstverständlich Rücksicht auf überragende Schutzgüter der Allgemeinheit zu nehmen, etwa Gesundheit, Sicherheit und elementare Versorgung.

Der albanische Souverän hat das Recht auf Widerstand. Die Albaner haben 1991 eine demokratische Revolution, ganz allein und ohne internationale Hilfe, erfolgreich durchgeführt. Es war damals so, dass alle genug von der Diktatur hatten.

Es scheint, als hätten die Albaner im Jahr 2026 genug von Unfreiheit, Zukunftslosigkeit, Gesetzlosigkeit und der Korruption des Regimes und befänden sich mitten in einer zweiten demokratischen Revolution.

In Albanien explodiert gerade etwas, das schon lange unter Druck stand. Ich hätte nie gedacht, dass sich so viele Albaner trauen, gegen die Autokratie Ramas aufzustehen. Mein Respekt gilt dem albanischen Volk. Brüssel, Berlin, Paris und Washington sollten sich diesem Respekt mit hoher Demut anschließen.

Die Albaner haben genug: Sie haben genug vom Diebstahl internationaler Hilfsgelder, der Drogen- und Geldwäsche und der Zerstörung ihrer Kultur und Natur.

Wie die Albaner sagen: „Genug ist genug.“ Und nicht: „Vor dem Spiel ist nach dem Spiel“.

Interviewer: Ein Schlusswort

Henze:  In Albanien geht es nicht um kleine Bestechung, sondern um administrative und strukturelle Korruption unter Ausnutzung des Justiz-, Geheimdienst- und Polizeiapparats zu Lasten Albaniens und der internationalen Gemeinschaft.

Die Opposition wird neutralisiert, die Pressefreiheit ist eingeschränkt und die Justiz ist politisiert. Es gibt mangelnde Transparenz, Kontrolle von Interessenkonflikten nur, soweit es der Patron erlaubt, und wiederkehrende Begünstigungen bestimmter Akteure im In- und Ausland.

Der Fortschrittsbericht Albaniens besteht aus einem Satz: Die Albaner haben erkannt das sie das Volk sind.

Insofern geht es so, wie es jetzt in Albanien aussieht, nicht weiter. Wir haben den Eindruck, dass Rama und sein System am Ende sind. Die Fliehkräfte arbeiten gerade. Stillschweigend setzen sich Vertraute von Rama ab. sie fangen an zu reden in Berlin, Brüssel und Washington.

Der staatliche Sicherheitssektor ist dabei, überzulaufen. Erkennbar ist, dass derzeit massive Kapitaltransaktionen ins Ausland stattfinden. Daher dürfte es sehr zeitnah zu einem demokratischen Regierungswechsel kommen. Rama ist auch für die internationale Gemeinschaft nicht mehr tragbar. Ein Drogenstaat liegt nicht im Interesse der USA, Chinas, Russlands oder der EU.

Die albanische Politik muss es als prioritäre Aufgabe verstehen, das Land vom Bauch wider auf die Füße zu stellen. Wer heute in der albanischen Politik sich nicht gegen die Autokratie Rama stellt, bremst Morgen nicht nur jede Entwicklung in Albanien aus, sondern stellt sich auch gegen eine Zukunft der albanischen Nation in Albanien und der albanischen Kultur. Die Opposition, der Widerstand gegen Rama ist alternativlos.

Die albanische Politik muss jetzt, wie auch die Zivilgesellschaft dahin zurückkehren, dass Albanien wieder für alle lebenswert wird und alles dafür tun, dass das auch geschieht. Die albanische Nation hat schon viele Jahre verschenkt, und viele Dinge nicht angepackt, die sie längst hätten anpacken müssen. Und das gilt nicht nur für die albanische Politik, sondern für die albanische Gesellschaft gesamt. Der Xhiro – zu den Vertretern der Administration Rama sollte zur Gewohnheit werden. Deren Zeit muss vorbei sein.

Albanien ist ein fantastisches Land, hat eine große Kulturtradition die prägend auf die westliche Kultur eingewirkt hat, eine fantastisches Natur und Sprache und zutiefst beeindruckende Menschen. Insofern freuen wir uns dieses Land in Europa begrüßen zu dürfen, mit neuer Regierung , die sich die zivilisatorischen Standards hält und Rechtsaat sowie Demokratie wieder einführt und Albanien wieder ein Land wird, dass eine Lebensperspektive auch für alle geflüchteten Albaner und Albanerinnen bietet.

Albanien gehört den Albanern, die Albaner sind das Volk und kein anderer.



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