Proteste in Albanien: Tausende kämpfen gegen Kushners Bauprojekt im Vjosa-Delta
- In Tirana protestieren täglich Menschen gegen ein 1,4-Milliarden-Euro-Bauprojekt von Jared Kushner an der albanischen Adria-Küste.
- Das Vorhaben von Kushners Firma Affinity Partners sieht Luxushotels und Villen auf 45 Hektar im Naturschutzgebiet des Vjosa-Deltas vor.
- Ministerpräsident Edi Rama stuft das Projekt als «strategische Investition» ein und schliesst einen Stopp kategorisch aus.
In der albanischen Hauptstadt Tirana hat eine grosse Menschenmenge gegen ein Immobilienprojekt an der Adria-Küste demonstriert, hinter dem eine Firma des Schwiegersohns von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, steht. Die Menge zog vor das Amt des albanischen Ministerpräsidenten Edi Rama und forderte einen Stopp des Bauvorhabens beim Ort Zvernec, wie die staatliche albanische Nachrichtenagentur ATA berichtete.
Die projektierten Bauflächen gehören zum Naturschutzgebiet um die Lagune von Narta im Delta des Flusses Vjosa, einem der wichtigsten Feuchtgebiete in Albanien. Naturschützer befürchten, dass die geplante Errichtung von Luxushotels, Villenanlagen und Freizeiteinrichtungen auf einer Fläche von 45 Hektar das sensible Ökosystem im Vjosa-Delta nachhaltig beschädigen könnte. Dazu gehören etwa Rast- und Brutgebiete für Flamingos, Reiher und andere Vögel.
Kein Ende der Proteste in Sicht
Am Rande der Kundgebung am Mittwochabend kam es auch zu Zusammenstössen mit der Polizei. Diese setzte Wasserwerfer ein, um Demonstrierende abzudrängen. Über Festnahmen oder Verletzte wurde in den Medienberichten nichts bekannt.
In einem Interview mit dem US-Nachrichtensender CNN, aus dem albanische Medien zitierten, sagte Rama, die von den Demonstranten geäusserten Bedenken würden auf «Fehlinformationen und Falschmeldungen» beruhen. Diese fänden Verbreitung über soziale Medien.
Gesetzänderung nach Treffen mit Kushner?
Eine Einstellung des Projekts, wie sie die Demonstranten fordern, schloss er kategorisch aus. Denn das Projekt wurde von der albanischen Regierung als «strategische Investition» eingestuft: Lokale Umweltgesetze und Schutzgebiets-Klassifizierungen wurden im Vorfeld so geändert, dass Bauprojekte in zuvor streng geschützten Zonen möglich wurden. Zuvor soll es am WEF 2026 in Davos zu einem Treffen zwischen Rama und Kushner gekommen sein.
Generalunternehmer des Projekts ist das Unternehmen Affinity Partners, hinter dem Kushner steht. Das Projekt soll sich über ein Gebiet bei Zvernec und die vorgelagerte Insel Sazan erstrecken. Die Investitionssumme soll sich auf 1,4 Milliarden Euro belaufen. Der erste Protest in Tirana fand am 30. Mai statt. Seit Montag gehen die Gegner des Projekts jeden Tag auf die Strasse. Auch heute ist wieder eine Demonstration geplant.
Wann würdest du selbst auf die Strasse gehen und protestieren?


