
Urlaubsziele: „Montenegro und Albanien sind zwei Reisetrends der Zukunft“
Wie wirken sich der Iran-Krieg und die schwierige wirtschaftliche Situation auf die Buchungszahlen aus? Und wo lässt sich beim Reisen Geld sparen? Experte Detlef Springer über die Urlaubsplanung in herausfordernden Zeiten und Trendziele der Zukunft.

Sommer, Sonne, Strand? Wohin es die Menschen im Urlaub zieht, ist ganz unterschiedlich.
IMAGO/Zoonar.com/Fokke Baarssen
- Reiseberater Detlef Springer: Buchungszurückhaltung hat nach Iran-Krieg zunächst zugenommen, dann nachgelassen.
- Ägypten bleibt beliebt wegen Preis-Leistung, trotz Hitze. Türkei-Familienurlaub kostet 5000–7000 Euro.
- Städtereisen-Trends sind Venedig, Rom, Paris und Hamburg – Tipps: Flensburg und Husum.
- Junge feiern am Ballermann. Fernziele: Dominikanische Republik, Seychellen, Kapverden im August günstig.
- Zukunftstrends sind Montenegro und Albanien. Flüge teurer, Spartipp: Ende August/Anfang September ab Frankfurt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Sommerferien klopfen an die Tür – und mit ihnen für viele die langersehnte Auszeit vom Alltag. Bei der Überlegung, wo man seine freien Tage oder Wochen verbringen möchte, gilt es in diesen Zeiten allerdings einiges zu berücksichtigen. Vor dem Hintergrund der wirtschaftlich schwierigen Situation und geopolitischen Spannungen wird die Planung zunehmend komplizierter.
Hat sich der Iran-Krieg auf die Buchungszahlen ausgewirkt? Oder anders gefragt: Sind die Menschen bei der Auswahl ihrer Reiseziele vorsichtiger geworden?
Die Zurückhaltung ist weniger geworden
Noch im Mai/Juni sei die Zurückhaltung, was Länder wie Djerba, Ägypten oder Zypern betreffe, spürbar gewesen. „Da gab es dann einige Stornierungen“, berichtet Detlef Springer, solamento Reiseberater in Balingen. Zwischenzeitlich habe sich das Ganze allerdings wieder beruhigt. Unter anderem bei jüngeren Paaren stehe etwa Ägypten hoch im Kurs. „Viele lassen sich da auch von der Hitze nicht abschrecken“, sagt der Experte. Denn das Land biete ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Gerade hier gebe es von Reiseziel zu Reiseziel große Unterschiede. Wer etwa in den Sommerferien einen Familienurlaub in der Türkei (zwei Erwachsene, zwei Kinder) im All-Inclusive-Hotel verbringen möchte, müsse mit 5000 bis 7000 Euro rechnen. „Das ist finanziell nicht für alle leistbar“, erklärt Detlef Springer, der aus Erfahrung weiß: „In diesen Zeiten schauen auf Menschen natürlich vermehrt auf die Preise.“
Flensburg und Husum als „Geheimtipps“
Gemeinsam mit seinen Kunden stellt er das jeweils passende „Paket“ für einen schönen, erholsamen Urlaub zusammen. Während bei Familien All-Inclusive die beliebteste und praktischste Buchungsform sei, seien Paare in der Regel flexibler. „Ihnen reicht oft Frühstück. Den restlichen Tag gestalten sie dann gerne variabel.“ Auch was die Anzahl der Urlaube betrifft, gibt es Unterschiede zwischen den Zielgruppen. „Familien machen tendenziell einen größeren Urlaub pro Jahr, Pärchen sind etwas häufiger unterwegs und verreisen auch mal gerne über ein verlängertes Wochenende“, so der Experte.
Apropos verlängertes Wochenende: Was sind die Trends in Sachen Städtereisen? Nach wie vor „Klassiker“ wie Venedig und Rom. Aber auch Paris und Hamburg erfreuten sich stets großer Beliebtheit, berichtet Detlef Springer, der übrigens zwei „Geheimtipps“ für alle hat, die nach reizvollen Städten suchen, die noch nicht so überlaufen sind: Flensburg und Husum.

Als solamento Reiseberater findet Detlef Springer für alle das passende Reiseziel.
Andrea Maute
Blickt man auf die junge Zielgruppe halte sich ein „Dauerbrenner“ seit Jahren an der Spitze: der Ballermann auf Mallorca. „Bei Partymenschen zwischen 18 und 25 Jahren ist er ungebrochen beliebt und alljährlich rasch ausgebucht.“
Mit einer Flugzeit von zwei Stunden ab Stuttgart liegt dieses Ziel auch fast ums Eck. Wer hingegen weit, weit weg möchte, reise gerne in die Dominikanische Republik oder auf die Seychellen. Günstig urlauben lasse sich im August auf den Kapverden; ein Fernziel, das ebenfalls im Trend liege.
Reisetrends der Zukunft
Zwei Länder, die sich laut Reiseberater in den nächsten Jahren zu Trends entwickeln werden, seien Montenegro und Albanien. „Dort werden derzeit viele Hotels gebaut, der Tourismus wächst“, erklärt Detlef Springer. Beide hätten in Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis gegenüber Kroatien, das sehr teuer geworden sei, klar die Nase vorn.
Tiefer in die Tasche greifen müssten die Reisegäste auch bei Flügen. „Vom Flughafen Stuttgart aus steuerte unter anderem Condor vor Corona dreimal täglich Mallorca an“, bemüht er ein Beispiel. „Das ist jetzt nicht mehr der Fall.“ Eine höhere Nachfrage führe dementsprechend zu höheren Preisen, wobei es auch auf Reisezeitpunkt und Flughafen ankomme. „Startet man Ende August/Anfang September etwa von Frankfurt aus, wo zu diesem Zeitpunkt keine Sommerferien mehr sind, lässt sich sparen“, lautet ein Tipp.
Was der Fachmann bestätigen kann: Viele Familien reisten in den vergangenen Jahren gerne in den Pfingstferien. In dieser Zeitspanne seien die Preise deshalb sehr in die Höhe geschnellt, sodass nun vermehrt der Sommer wieder ihre Hauptreisezeit sei.
Bleibt zum Schluss die Frage, welche Art Urlaub der Reiseexperte selbst bevorzugt. Bei Detlef Springer ist es weniger der Strandurlaub. „Ich mache gerne Sightseeing“, verrät er. In die Kultur der verschiedenen Länder eintauchen, mit den Einheimischen in Kontakt kommen und mit vielen lebendigen Eindrücken im Gepäck wieder nach Hause zurückkehren – das ist für ihn die perfekte Auszeit vom Alltag.
