
Waldbrände auf dem Balkan: Ein Toter, Minen detonieren im Feuer
Auf dem Balkan toben schwere Waldbrände. In Serbien gibt es bereits Verletzte und einen Toten. In Bosnien erschweren alte Minen die Einsätze.
Kovin – Nicht nur in Frankreich brennt es. Auch auf dem Balkan sind verheerende Waldbrände ausgebrochen. In Serbien wütet im Banater Dünenland östlich der Hauptstadt Belgrad ein Vegetationsbrand. Laut Innenministerium zerstörten die Flammen eine Fläche von 300 Hektar.

Mehr als 80 Einsatzkräfte und drei Helikopter bekämpfen das Feuer, berichtet die serbische Nachrichtenagentur Tanjug. Doch Trockenheit und Hitze sowie die Winde, die die Flammen immer wieder weitertragen, erschweren die Löscharbeiten. „Es gibt Hinweise darauf, dass sich das Feuer in einigen Bereichen auch über das unterirdische Wurzelsystem ausgebreitet hat, was die Löscharbeiten zusätzlich erschwert“, teilte der Verwalter des Naturschutzgebietes mit.
Waldbrände auf dem Balkan: Serbien meldet ersten Todesfall
Ein Mitarbeiter des Naturschutzgebietes sei während des Einsatzes verletzt worden. Der Mann sei in die Flammen geraten und habe eine Rauchgasvergiftung erlitten. Nach der Erstversorgung befinde er sich nun im Krankenhaus.
Es gibt auch einen Todesfall in Serbien. Ein Mann kam am Mittwoch (5. August) im Dorf Lučica durch ein von ihm selbst verursachtes Feuer ums Leben, informierte Luka Čaušić, Leiter der Abteilung für Notfallsituationen. „Dies ist die schwerwiegendste Folge unverantwortlichen Verhaltens, und deshalb appelliere ich nochmals an alle Bürgerinnen und Bürger, äußerste Vorsicht walten zu lassen“, mahnte Čaušić.
Das Banater Dünenland, auch „Banater Sandwüste“ genannt (serbisch: Deliblatska pescara), ist ein rund 300 Quadratkilometer großes Dünen- und Waldgebiet in der serbischen Nordprovinz Vojvodina, das sich nördlich der Donau erstreckt. Das größte zusammenhängende Sandgebiet Europas steht unter Naturschutz, beherbergt rund 900 Pflanzenarten und zählt zu den bedeutendsten Vogelschutzgebieten Europas.
Waldbrand auch in Bosnien und Herzegowina: Gebiet mit Minen verseucht
Auch in Bosnien und Herzegowina kämpfen die Einsatzkräfte seit Tagen gegen die Flammen. Besonders verheerend ist ein Großbrand nahe der bosnischen Stadt Trebinje. Feuerwehrleute löschten wegen des unwegsamen Geländes das Feuer teilweise mit Löschrucksäcken. Hinzu kommen noch etliche Minen, die während des Bosnienkriegs in den 90er-Jahren gelegt worden waren. „Die Feuerwehrleute näherten sich diesem Geländeabschnitt nicht, aber Detonationen der verbliebenen Minen waren zu hören“, sagte Dejan Kašiković, Kommandant der Territorialen Feuerwehr- und Rettungseinheit Trebinje, dem Nachrichtenportal Glas Srpske.
Wie der ORF berichtet, wurden in Albanien insgesamt 28 Waldbrände gemeldet. Fünf von ihnen sind immer noch nicht vollständig gelöscht. „In den Sommermonaten kommt es in Albanien aufgrund der klimatischen Bedingungen immer wieder zu Busch- und Waldbränden“, informiert das Auswärtige Amt. „Reisenden wird empfohlen, betroffene Gebiete zu meiden und sich über die lokalen Medien informiert zu halten.“ Dabei hat sich Albanien zu einem inzwischen beliebten Reiseziel entwickelt.
Entspannung ist vorerst nicht zu erwarten. Auch in den kommenden Tagen gilt erhöhte Waldbrandgefahr in den Balkanländern. Die Hitze setzt vor allem der Donau schwer zu – und legt beeindruckende Funde frei. (Quellen: dpa, Tanjug, Glas Srpske, ORF, Auswärtiges Amt) (kas)
