Punë në Gjermani

4,7-Milliarden-Projekt in Albanien löst Wut aus: Proteste gegen Trump-Familie eskalieren – sogar die Behörden schalten sich ein


Protest in Tirana am 6. Juni: Zehntausende gehen wegen eines milliardenschweren Bauprojekts auf die Strasse.
Protest in Tirana am 6. Juni: Zehntausende gehen wegen eines milliardenschweren Bauprojekts auf die Strasse.

Bild:
Keystone/phi

Seit Tagen gibt es immer wieder Demonstrationen in Tirana: Was als Protest gegen ein Bauprojekt begann, an dem Ivanka Trump und Jared Kushner beteiligt sind, hat sich zu einem Kampf für den Naturschutz und gegen Korruption entwickelt. Nun ermitteln sogar die Behörden.

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Albaner*innen protestieren seit Tagen gegen ein Bauprojekt auf der Insel Sazan und bei der Narta-Lagune an der Küste.
  • Auf Sazan wollen unter anderem Jared Kushner und Ivanka Trump für 1,4 Milliarden Dollar ein Luxusressort bauen.
  • Am Küstenstreifen gegenüber soll im Naturschutzgebiet bei der Laguna für 4,7 Milliarden Dollar gebaut werden.
  • Weil der Naturschutz aufgeweicht worden ist, beschäftigt das Bauprojekt nun die albanische Antikorruptionsbehörde.

«Wenn es nicht um Jared [Kushner] ginge, würde es einen Scheissdreck interessieren, was in Albanien passiert», ärgert sich der albanische Premierminister Edi Rama laut dem Nachrichtenportal «Politico» am Rande eines Treffens der EU mit den Westbalkanländern in Tivat in Montenegro.

Was ist passiert? Albaniens Premierminister reagiert auf massive Proteste gegen ein geplantes Bauprojekt, das Donald Trumps Schwiegersohn und seine Frau Ivanka Trump forcieren. Sie wollen für mehrere Milliarden bis zu 10’000 Hotelzimmer an der Adriaküste aus dem Boden stampfen.

Kushner und Trump wollen aus Albaniens einzigem Eiland mit Namen Sazan ein Luxus-Ferienressort machen: «Es ist eine unglaubliche, wunderschöne 1400 Hektar grosse Privatinsel in der Mitte des Mittelmeers», sagt Ivanka Trump Podcaster David Senra.

Sazan, die Narta-Lagune und der Ort Zvërnec an der Adriaküste.
Sazan, die Narta-Lagune und der Ort Zvërnec an der Adriaküste.

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Der Titel des Interviews lautet ausgerechnet: «Ivanka Trump über den Aufbau eines authentischen Lebens».

Being Ivanka 

«Fürs Protokoll: Jared und Ivanka sind keine durchtriebenen Immobilien-Mogule, die durch die Welt reisen, um Privatinseln zusammenzuraffen», kommentiert der Komiker Michael Costa das Milliarden-Projekt in der «Daily Show»: «Das war eher ein Impulskauf.»

Der Comedian macht sich damit über die Präsidententochter lustig, die treuherzig erzählt, wie ihr Gatte und sie auf dem Boot ihres Freundes Nathaniel Rothschild waren, zur Insel geschwommen sind und diese barfuss erkundet hätten. «So haben wir sie gefunden.»

Costa fragt ironisch: Geht es nicht noch ein bisschen abgehobener? Und die 44-jährige Präsidententochter liefert: «Wissen Sie, für mich ist es nicht mal ein Geschäft», sagt Ivanka Trump im Podcast.

«Es fühlt sich mehr wie eine Herausforderung an als irgendetwas anderes: der Höhepunkt meiner ganzen Erfahrung im Immobiliengeschäft, meiner ganzen Reisen – viel Besinnung auf die Art, wie ich leben will und wie Leute zunehmend leben wollen», erklärt die New Yorkerin. «Ich versuche, etwas aufzubauen, das eine greifbare Manifestation davon ist.»

Beginn der «Flamingo-Revolution»

Bei der betroffenen Bevölkerung kommt das Vorhaben gar nicht gut an, wie entsprechende Demonstrationen in der Hauptstadt Tirana zeigen. Die Menschen stören sich nicht nur an dem geplanten Verkauf der Insel: Gleichzeitig soll der gegenüberliegende Strand am Festland, der an einer Lagune liegt, in Privathand übergehen.

Die Narta-Lagune ist ein Rückzugsgebiet für Zugvögel und eigentlich ein erklärtes Naturschutzgebiet: Der Protest gegen die Luxusressorts wurde deshalb «Flamingo-Revolution» getauft. Die Demonstrierenden wenden sich nicht nur gegen die Investoren aus dem Ausland, sondern auch gegen den eigenen Premier, der den Verkauf unterstützt. 

Rama wettert laut «Politico» gegen «Trump-Hasser», die den Protest anheizen würden. Dabei würden die Ausländer Geld ins Land bringen, glaubt der Sozialist: «Solange ich hier bin, gibt es keine Chance, diese Investition zu stoppen», verspricht Rama laut dem Magazin «Time».

Tatsächlich haben erste Vorarbeiten des Bauprojekts bereits begonnen, heisst es weiter: Beim Dorf Zvërnec an der Küste ist der Strand bereits abgesperrt worden. Während die Investitionen auf der Insel Sazan auf 1,4 Milliarden Dollar beziffert werden, soll das Projekt an der Küste sogar 4,7 Milliarden Dollar verschlingen, meldet «Forbes».

Kurz nach Trumps Wahlsieg wird der Verkauf genehmigt

Was Kritiker monieren: Kushner und Trump haben von der albanischen Regierung im Dezember 2024 grünes Licht bekommen – also kurz nach dem Wahlsieg von Ivankas Vater. Gleichzeitig wurde Jared Kushner zehn Jahre Steuerfreiheit garantiert und es wurden Bestimmungen aufgeweicht, die die Entwicklung des Tourismus in Naturschutzgebieten betreffen.

Diese Vorgänge haben nun die Sonderstelle zur Bekämpfung von Korruption und organisierter Kriminalität (SPAK) auf den Plan gerufen, berichtet das albanische Portal «Reporter». Demnach werde das Bauprojekt an der Küste mit einer Offshore-Gesellschaft in den Niederlanden in Verbindung gebracht, die bei der Aufweichung der Naturschutzgesetze Einfluss genommen haben soll.

Ein Netzwerk soll hinter der Sache stehen, zu dem ein Ex-Richter gehöre, der die Regeländerung durchgewunken habe. Auch ein Geschäftsmann mit Verbindungen zur italienischen Mafia und die Tochter eines Anwalts, der der Urkundenfälschung beschuldigt wird, sowie der albanische Oligarch Shefqet Kastrati seien mit an Bord.

Das Geld für das Küstenprojekt kommt angeblich von der Power International Holding, hinter der die katarischen Brüder Moutaz und Ramez Al-Khayyat stehen. «So etwas haben wir in Albaniens Schutzgebieten noch nie gesehen», klagt Aleksandr Trajce von der Naturschutz-Organisation PPNEA beim «Guardian».

«Da wurden die Einheimischen richtig wütend»

«Von Anfang bis Ende gab es einen totalen Mangel an Transparenz», fährt Trajce fort. «Wir haben keine öffentliche Konsultation oder öffentliche Dokumentation über Genehmigungen gesehen.» Das Gelände sei mit einem Zaun mit Stacheldraht abgesperrt worden – zuvor seien Dünen und ein Pinienwald zum Bau einer Zufahrtsstrasse planiert worden. 

«Da wurden die Einheimischen richtig wütend», erläutert Trajce. «Es ist nicht nur beispiellos, sondern ein kompletter Zusammenbruch der Rechtsstaatlichkeit, ohne Rücksicht auf die Gesellschaft, ohne Rücksicht auf die Umwelt, ohne Vertragsgenehmigungen, einfach mit Bulldozern.»

Die Demonstrationen gegen die Milliarden-Bauten halten an: «Was als Aufstand zum Schutz der Umwelt und des Eigentums begann, hat sich zu einem massiven Protest gegen Korruption, Oligarchie und die Art und Weise entwickelt, wie Premierminister Edi Rama seine Macht ausübt», analysiert «Reporter».

Kristi Xhiveri, eine Umweltingenieurin, die ursprünglich aus Narta stammt, aber mittlerweile in Tirana lebt, sagt, sie könne es nicht ertragen, mit anzusehen, wie die Natur ihrer Heimat zerstört wird, so wie es in anderen umliegenden Gebieten geschehen ist.

Grieche in viralem Video weggeschleift – Athen protestiert

Sie fürchtet aber nicht nur um die Natur, sagt Xhiveri laut «Reporter»: «Wir haben kein Wasser. Wir haben keine Strassen, keine Infrastruktur. Wir haben keine Bildung. Wir haben keine Gesundheitsversorgung, und dann hört man den Premierminister von 4-Milliarden-Euro-Resorts sprechen.»

Flamingos über der Narta-Lagune.
Flamingos über der Narta-Lagune.

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Keystone

Der Widerstand hat inzwischen sogar zu diplomatischen Verwerfungen geführt: Grund dafür ist ein virales Video, das zeigt, wie ein privater Sicherheitsdienst einen Demonstranten schlägt und wegschleift. Es handelt sich um einen Griechen, der am 30. Mai in der Botschaft in Tirana medizinisch versorgt worden sei.

«Wir unterstreichen die Notwendigkeit der uneingeschränkten Achtung der Rechtsstaatlichkeit, einschliesslich des Schutzes der Rechte und des Eigentums der Mitglieder der griechischen nationalen Minderheit», teilt das Ausenministerium in Athen nach dem Vorfall mit und fordert mit Blick auf einen EU-Beitritt Albaniens die Einhaltung des Naturschutzes.

Werden Jared Kushner und Ivanka Trump ihre Immobilienträume dennoch wahr machen? Nicht unbedingt: Auch in Serbien wollte das Duo ähnlich investieren, doch im Dezember 2025 haben sie einen Rückzieher gemacht – nach Protesten der Bevölkerung und Korruptionsvorwürfen.

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17.11.2025





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