
Albanien: Proteste gegen Projekt von Trump-Clan eskalieren | Politik
Tirana (Albanien) – Bei Demonstrationen in Albanien ist es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Grund der Proteste ist ein Milliardenprojekt von Trump-Schwiegersohn Jared Kushner, der mit Ivanka Trump verheiratet ist. Die Polizei hinderte die Menge am Dienstagabend daran, zum Parlament vorzudringen. Die Demonstranten bewarfen die Beamten mit Eiern und Tomaten und forderten die Verhaftung von Ministerpräsident Edi Rama.
Die Polizei musste Abgeordnete auf dem Weg zum Parlament und zurück schützen. Mehrere Demonstranten wurden festgehalten. Zunächst war jedoch unklar, ob jemand verhaftet worden ist. Die Proteste richten sich gegen ein Immobilienprojekt an der Adriaküste, an dem eine Firma des Trump-Schwiegersohns Jared Kushner beteiligt ist.
Projekt soll der Umwelt schaden
Kritiker sagen, es werde der Umwelt schaden und den öffentlichen Zugang zum Meer einschränken. Die Schilder der Demonstranten zeigen einen rosafarbenen Flamingo, der durch das Projekt gefährdet sein könnte. Das hat den Protesten den Spitznamen „Flamingo-Revolution“ eingetragen. Die Proteste dauern mittlerweile mehr als 100 Tage.
Ein kleines Mädchen in Angst, während vorne ein Beamter mit Protestlern ringt
Nicht nur die Polizei …
… sondern auch Autos, in denen Abgeordnete sitzen, werden beworfen
Jared Kushner (45) und Ehefrau Ivanka Trump (44) wollen eine Insel in Albanien kaufen
Ursprünglich ging es bei den Protesten um Umweltbelange im Zusammenhang mit dem Bauprojekt, doch mittlerweile richten sie sich generell gegen politische Missstände und gegen Ministerpräsident Rama, der das Bauprojekt ausdrücklich unterstützt.
Demonstraten fordern bessere Zukunft
„Wir sind hier, weil wir Veränderungen wollen“, sagte der Demonstrant Elidon Mehmetaj. „Das Leben wird immer schwieriger, und die Regierung hört nicht zu. Wir glauben, dass Albanien es besser machen kann. Wir wollen eine bessere Zukunft.“
Das Luxusprojekt besteht aus zwei Teilen: einem kleinen Resort auf der Insel Sazan, einem unbewohnten ehemaligen Militärstützpunkt aus der Zeit des Kommunismus, und einer Bebauung in einem nahe gelegenen Küstengebiet der Narta-Lagune, das bislang unter Naturschutz steht und in dem Feuchtgebietsarten wie Flamingos zu finden sind. Das Vorhaben umfasst Hotels, Wohnungen, Villen und einen Jachthafen. (AP/ias)
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