
Flamingo-Revolution: Proteste gegen Kushner-Projekt eskalieren
100 Tage Flamingo-Proteste gegen Kushners Luxusbauprojekt eskalieren
Eier und Tomaten fliegen, mehrere Menschen werden festgehalten: In Tirana spitzt sich der Protest gegen ein Bauvorhaben an der Küste zu. Aus Umweltkritik ist eine politische Bewegung geworden.
Demonstranten bewerfen ein Auto vor dem Parlament in Tirana in Albanien mit Eiern. Der Protest gegen Jared Kushners Luxusresort-Projekt dauert inzwischen 100 Tage.
Foto: Hameraldie Agolli (Keystone)
Bei Demonstrationen gegen ein Luxusbauprojekt einer Firma des Schwiegersohns von US-Präsident Donald Trump in Albanien ist es zu Zusammenstössen gekommen. Die Polizei hinderte die Demonstranten am Dienstagabend daran, zum Parlament vorzudringen. Diese bewarfen die Beamten mit Eiern und Tomaten und forderten die Verhaftung von Ministerpräsident Edi Rama. Die Polizei begleitete Abgeordnete auf dem Weg zum Parlament und zurück.
Mehrere Demonstranten wurden festgehalten. Zunächst war jedoch unklar, ob jemand verhaftet worden ist.
100 Tage Protest gegen Luxus-Bauprojekt
Die Proteste richten sich gegen ein Immobilienprojekt an der Adriaküste, an dem eine Firma des Trump-Schwiegersohns Jared Kushner beteiligt ist. Kritiker sagen, es werde der Umwelt schaden und den öffentlichen Zugang zum Meer einschränken. Die Schilder der Demonstranten zeigen einen rosafarbenen Flamingo, der durch das Projekt gefährdet sein könnte. Das hat den Protesten den Spitznamen «Flamingo-Revolution» eingetragen. Der Dienstag war der 100. Demonstrationstag.
Ursprünglich ging es bei den Protesten um Umweltbelange im Zusammenhang mit dem Bauprojekt, doch mittlerweile richten sie sich generell gegen politische Missstände und gegen Ministerpräsident Rama, der das Bauprojekt ausdrücklich unterstützt. Die Demonstrationen haben weltweit Aufmerksamkeit erregt.
Das Luxusprojekt besteht aus zwei Teilen: einem kleinen Resort auf der Insel Sazan, einem unbewohnten ehemaligen Militärstützpunkt aus der Zeit des Kommunismus, und einer Bebauung in einem nahe gelegenen Küstengebiet der Narta-Lagune, das bislang unter Naturschutz steht und in dem Feuchtgebietsarten wie Flamingos zu finden sind. Das Vorhaben umfasst Hotels, Wohnungen, Villen und einen Jachthafen.
Der Morgen
Der perfekte Start in den Tag mit News und Geschichten aus der Schweiz und der Welt.
