
Albanien: Zehntausende protestieren gegen Luxusbauprojekt mit Trump-Verbindung
In der albanischen Hauptstadt Tirana haben erneut Tausende Menschen gegen ein geplantes Luxusbauprojekt an der Adriaküste demonstriert, an dem auch Angehörige von US-Präsident Donald Trump beteiligt sind. Nach Einschätzung von AFP-Reportern handelte es sich um den bislang größten Protest seit Beginn der Demonstrationen Ende Mai. Offizielle Teilnehmerzahlen lagen zunächst nicht vor.
Die Demonstrationen haben sich inzwischen ausgeweitet und richten sich zunehmend auch gegen die Regierung von Ministerpräsident Edi Rama. Teilnehmer werfen den Behörden Korruption vor und fordern den Rücktritt des Regierungschefs.
An dem Protestzug nahmen auch viele
im Ausland lebende Albaner teil, die extra dafür angereist waren. Viele der Teilnehmenden schwenkten albanische Flaggen und skandierten Slogans wie »Albanien
ist nicht zu verkaufen«, »Streicht das Projekt« und »Rama raus« mit Bezug auf den albanischen Regierungschef Edi Rama. Nach Behördenangaben wurden gegen zahlreiche Demonstranten Verfahren wegen mutmaßlicher Verstöße gegen die öffentliche Ordnung und Sicherheit eingeleitet.
Trump-Familie investiert weltweit in Luxusprojekte
Seit Ende Mai kommt es in Albanien jeden Abend zu Protesten gegen den Bau eines Luxusresorts in einem Naturschutzgebiet an der albanischen Küste. Auslöser der Demonstrationen war das Auftauchen von Bauzäunen und Baggern an einem Strand bei Zvërnec südwestlich der Hauptstadt Tirana.
Das Projekt in dem Küstenort rund 150 Kilometer südwestlich von Tirana wird von Ivanka Trump und ihrem Ehemann Jared Kushner mitfinanziert. Die Familie von
US-Präsident Trump hat weltweit vielfach in Luxusprojekte investiert.
Kritiker werfen Kushner und seiner Frau vor, die Präsidentschaft von
Donald Trump für eigene Geschäfte zu nutzen.
Baupläne gefährden wichtiges Rast- und Brutgebiet für Zugvögel
Auch die Umwandlung der unbewohnten Insel Sazan, einer einst geheimen kommunistischen Militärbasis, in
einen Urlaubsort ist geplant. Kritiker sehen durch die Baupläne ein ökologisch sensibles Gebiet gefährdet. Die nahe gelegene Lagune Vjosa-Narta gilt als wichtiges Rast- und Brutgebiet für Zugvögel, darunter Flamingos.
Die albanische Regierung setzt seit Jahren auf den Ausbau des Tourismus, um die Wirtschaft des Landes anzukurbeln.
