
Erneute Proteste gegen Kushner-Projekt in Albanien
In Albanien haben gestern erneut Zehntausende Menschen gegen ein dort geplantes Luxusbauprojekt des Schwiegersohns von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, protestiert. Die Kundgebung in der Hauptstadt Tirana war laut AFP die bisher größte seit Beginn der Demonstrationen Ende Mai.

Die „Flamingo-Proteste“ starteten als Umweltbewegung gegen den Bau des Ferienresorts im Naturschutzgebiet Zvernec an der Südwestküste Albaniens, einem wichtigen Brutgebiet für Flamingos. Mittlerweile richten sich die täglichen Proteste auch gegen die albanische Regierung. Die Demonstrierenden prangern die Korruption in dem Land an und fordern den Rücktritt von Regierungschef Edi Rama.
Auf Plakaten der Teilnehmer war zu lesen: „Albanien steht nicht zum Verkauf“. Einige skandierten „Lasst die Männer frei“. Damit bezogen sie sich auf 19 Demonstranten, die nach Ausschreitungen am Donnerstag festgenommen worden waren und sich immer noch in Polizeigewahrsam befanden.
Am Donnerstag hatten sich Demonstrierende zum zweiten Mal in dieser Woche vor dem Parlament versammelt, um den Abgeordneten den Zugang zum Gebäude zu versperren. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Die Demonstranten warfen Eier, Steine und andere Gegenstände und versuchten, die Polizeiketten zu durchbrechen. 15 Polizisten wurden verletzt, 25 Demonstranten wurden festgenommen, wie die Polizei mitteilte.
