
Flamingo-Revolution wächst – Zehntausende gegen Trump-Hotel in Albanien
Seit Ende Mai demonstrieren täglich Zehntausende Menschen in der albanischen Hauptstadt Tirana. Auslöser ist ein geplantes Luxusresort von Ivanka Trump und Jared Kushner, das gemeinsam mit einem albanischen Investor entstehen soll.
Das Milliardenprojekt ist in Zvernec an der Südküste Albaniens geplant, rund 150 Kilometer südwestlich von Tirana. Es befindet sich in einem der letzten unberührten Küstengebiete der albanischen Adria – einem wichtigen Brutgebiet für Flamingos.
Demonstranten rissen am Kakomes-Strand Absperrungen nieder und skandierten: “Die Strände gehören dem Volk, nicht den Oligarchen.” Die Proteste werden mittlerweile als “Flamingo-Revolution” bezeichnet und haben internationale Aufmerksamkeit erregt.
Forderungen nach Baustopp und Rücktritt
Ursprünglich richteten sich die Proteste gegen das Bauprojekt, doch inzwischen verlangen die Demonstranten auch den Rücktritt von Ministerpräsident Edi Rama. Er verteidigt das Resort-Projekt vehement, obwohl zahlreiche Stimmen davor warnen, dass das Naturschutzgebiet unwiderruflich zerstört werden könnte.
Die albanischen Behörden haben inzwischen Strafverfahren gegen zahlreiche Demonstranten eingeleitet. Zuletzt wurden 27 weitere Personen angezeigt, und es wurden Haftbefehle beantragt. Auch Albaner aus dem Ausland reisen zurück in ihre Heimat, um sich den Protesten anzuschließen.
Proteste reißen nicht ab
Die Bewegung sorgt weiterhin für hohe Beteiligung auf den Straßen. Am vergangenen Wochenende versammelten sich so viele Menschen wie noch nie zuvor. Die Proteste zeigen, dass der Widerstand gegen das Resort-Projekt und die Regierung nicht nachlässt.


