
Papst würdigt Opfer des Kommunismus in Albanien
Papst Leo XIV. hat in einer bewegenden Grußbotschaft für den 97-jährigen albanischen Kardinal Ernest Simoni an die Opfer des kommunistischen Regimes in dem Land erinnert. Anlass war eine Gedenkmesse, die der Kardinal am Freitag in Spaç zelebrierte. Dort hatte er einst als Häftling unter Lebensgefahr oft heimlich die Heilige Messe gefeiert.
In seinem Schreiben, über das Vatican News am Samstag berichtete, betont Leo XIV.: “Keine Kette ist stark genug, um ein vom Evangelium erleuchtetes Herz gefangen zu halten; keine Nacht ist so lang, dass sie die Morgenröte aufhält, die der Herr für seine Kinder bereithält; und kein Verlies ist so tief, dass es einen Menschen von der Liebe Gottes trennen kann.”
Weiter heißt es in der Botschaft des Papstes, Spaç gehöre zu den schmerzhaftesten Kapiteln der albanischen Geschichte. Das dort vergossene Blut der Opfer sei ein stummes Zeugnis der Treue, des Mutes und der Hoffnung.
Der Ex-Lagerhäftling wurde Kardinal
Kardinal Simoni verbrachte den Großteil seiner langjährigen Haftstrafe in Arbeitslagern des albanischen Regimes. Obwohl er ursprünglich zum Tode verurteilt war, überlebte er in Haft und Zwangsarbeit die kommunistische Verfolgung. Papst Franziskus verlieh Simoni 2016 die Kardinalswürde.
Der kommunistische Diktator Enver Hodscha (1908-1985) hatte Albanien 1967 zum ersten atheistischen Staat der Welt erklärt und ließ Menschen verfolgen, die sich zu ihrem Glauben bekannten. Papst Leo XIV. schrieb in seinem Grußwort, er schließe in seine Gebete auch die vielen Opfer ein, die in anonymen Gräbern ruhen. Die junge Generation mahnte er zur Bewahrung von Freiheit und Menschenwürde.
