Zeugnis im Straflager: Papst würdigt Kardinal Simoni und die Opfer von Spaç
Papst Leo XIV. würdigt in einer Botschaft an den 97-jährigen albanischen Kardinal Ernest Simoni die Opfer des kommunistischen Regimes im ehemaligen Straflager Spaç. Anlass ist eine Gedenkmesse, die der Kardinal an seiner früheren Haftstätte zelebrierte, wo er während seiner 18-jährigen Zwangsarbeit unter Lebensgefahr heimlich die Heilige Messe feierte.
Fabrizio Peloni und Mario Galgano – Vatikanstadt
An diesem Samstag ist die Botschaft von Papst Leo XIV. an den albanischen Kardinal Ernest Simoni veröffentlicht worden. Der 97-jährige Geistliche hatte im ehemaligen kommunistischen Straflager Spaç die Heilige Messe im Gedenken an die Opfer der Diktatur zelebriert.
In seinem Schreiben nimmt das Oberhaupt der katholischen Kirche Bezug auf den Brief des Apostels Paulus an die Römer und betont, dass keine Kette ein vom Evangelium erleuchtetes Gewissen gefangen halten und keine Pracht der Welt den Menschen von der Liebe Gottes trennen könne. Das Lager Spaç gehöre zu den schmerzhaftesten Kapiteln der albanischen Geschichte. Das dort vergossene Blut der Opfer sei ein stummes Zeugnis der Treue, des Mutes und der Hoffnung.
Kardinal Simoni verbrachte den Großteil seiner 18-jährigen Haftstrafe in den Arbeitslagern des Regimes, das ihn ursprünglich als Volksfeind zum Tode verurteilt hatte. Während der Zwangsarbeit im Bergbau feierte er die Messe heimlich auf Latein aus dem Gedächtnis und spendete unter Einsatz seines Lebens die Sakramente. Papst Leo XIV. schließt in seine Gebete auch die vielen Opfer ein, die in anonymen Gräbern ruhen, und mahnt die kommenden Generationen zur Bewahrung von Freiheit und Menschenwürde.
(vatican news)
