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Zehn Jahre heilig: Weltweites Gedenken an Mutter Teresa


Pristina/Wien, 06.09.2026 (KAP) Mit Gottesdiensten, Gedenkveranstaltungen und politischen Botschaften ist am 4. und 5. September weltweit an Mutter Teresa von Kalkutta (1910-1997) erinnert worden. Anlass war der zehnte Jahrestag ihrer Heiligsprechung durch Papst Franziskus 2016 sowie ihr Gedenk- und Todestag. Besonders an zentralen Orten ihrer Biografie wie in Albanien, Kosovo und Indien, jedoch auch im Wiener Stephansdom stand die Ordensfrau und Gründerin der Missionarinnen der Nächstenliebe im Mittelpunkt.

In Mutter Teresas Geburtsort Pristina versammelten sich am Samstag in der nach ihr benannten Kathedrale politische und kirchliche Vertreter zu einem Festgottesdienst. Unter den Teilnehmern waren der amtierende Ministerpräsident Albin Kurti und Bürgermeister Përparim Rama. Die Heilige Messe wurde von US-Weihbischof Italo Dell’Oro geleitet. Er würdigte Mutter Teresa als Beispiel für Licht und Dienst an den Armen und verwies auf die Geschichte des Kosovo und der albanischen Gebiete als wichtigen Hintergrund für das Verständnis ihrer Herkunft und ihres Lebens. Die Ordensfrau aus dem Kosovo sei heute weltweit bekannt und “gehört inzwischen der ganzen Welt”.

Ministerpräsident Kurti erinnerte auf Facebook an Mutter Teresa als universelles Symbol für Humanismus, Solidarität und Nächstenliebe. Kurti bezeichnete sie als Frau aus einer kleinen Nation, die ihr Leben der Menschheit gewidmet habe und zu einer “Brücke, nicht zu einer Mauer” geworden sei. Anlässlich des Jubiläums wurde auch ein neues Buch von Skënder Asani und Albert Ramaj über ihren Weg von Agnese Gonxhe Bojaxhiu zur weltweit verehrten Ordensfrau vorgestellt.

Die amtierende kosovarische Präsidentin Albulena Haxhiu bezeichnete Mutter Teresa als “Gewissen der Menschheit” und würdigte ihren Einsatz für Arme, Kranke, Einsame und Verlassene. Ihre Botschaft bleibe aktuell: “Lasst uns nicht an dem Menschen vorbeigehen, der leidet, ohne innezuhalten.” Bürgermeister Përparim Rama nannte sie das “mächtigste albanische Symbol für Liebe, Frieden und Dienst an der Menschheit”. Ihr Vermächtnis erinnere daran, dass wahre Größe in Güte, Hingabe und Liebe zum Mitmenschen liege.

Würdigungen Albanien und Indien

In Albanien wurde am 5. September ebenfalls landesweit an Mutter Teresa erinnert. Vertreter der Stadt Tirana und der Regionalverwaltung würdigten ihr humanitäres Vermächtnis. Vizebürgermeister Endrit Braimllari bezeichnete ihr Werk als tägliche Erinnerung an die Verantwortung gegenüber den Bedürftigen. Auch die US-Botschaft und EU-Botschafterin Sofia Moreira de Sousa hoben ihren Einsatz für Arme, Kranke und Vergessene hervor. Moreira de Sousa erinnerte an Mutter Teresas Botschaft, dass nicht jeder große Dinge tun könne, wohl aber kleine Dinge “mit großer Liebe”.

In Indien besuchte die frühere Ministerpräsidentin von Westbengalen, Mamata Banerjee, am Samstag die Missionarinnen der Nächstenliebe in Kalkutta und traf deren Generaloberin Schwester Mary Joseph. Banerjee bezeichnete Mutter Teresa als Vorbild selbstlosen Dienstes, die den Schwächsten Würde gegeben habe. Ihr Vermächtnis von Liebe, gegenseitigem Respekt, Würde und Mitgefühl bleibe für ein friedliches und gleichberechtigtes Indien von Bedeutung.

Wien: “Klima des Lebens” fördern

Auch im Wiener Stephansdom wurde das zehnjährige Heiligsprechungsjubiläum mit einem Festgottesdienst begangen, mit Anwesenheit der in Österreich tätigen Missionarinnen der Nächstenliebe. Der Festprediger Ignaz Hochholzer verwies auf die besondere Verbindung der Wiener Domkirche zu Mutter Teresa, die dort selbst am 23. Oktober 1988 im Rahmen des Weltfamilienkongresses gesprochen hatte. Die damaligen Ausführungen der Heiligen über Gebet und die Unantastbarkeit menschlichen Lebens gelte es auch vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Weltlage zu lesen, sagte der Arzt und Priester.

Damals hatte Mutter Teresa gesagt: “Wenn wir die Wurzel des Krieges ausreißen wollen, müssen wir die Abtreibung beenden”, zudem nannte sie die Abtreibung als “wahre und tiefste Kriegsursache”. Hochholzer forderte deshalb auch heute mehr Prävention, Unterstützung für Frauen und Familien und ein “Klima des Lebens”. Wenn es zu einer Abtreibung gekommen sei, seien zudem Angebote der Heilung und Vergebung vonnöten, wobei der Priester auf die Vereinigung Rachel’s Weinberg hinwies. Die große Anzahl der zum Jahrestag im Stephansdom versammelten Gläubigen bezeichnete Hochholzer als Hinweis auch darauf, wie viele Menschen hinter dem Einsatz der Missionarinnen der Nächstenliebe stünden oder davon profitierten.

Die Missionarinnen der Nächstenliebe kamen noch zu Lebzeiten Mutter Teresas auf Einladung des damaligen Wiener Kardinals Franz König nach Österreich. Der erste Sitz der Schwestern befand sich in einem Caritas-Obdachlosenheim in Favoriten, später übersiedelten sie in die Pfarre St. Leopold. 1990 eröffneten sie in einem ehemaligen Stundenhotel am Mariahilfer Gürtel ihr bis heute bestehendes Kloster. Mutter Teresa selbst besuchte Österreich mehrfach und war neben Wien unter anderem in Jennersdorf, Marienfeld, Heiligenkreuz, Feldkirch und Traiskirchen.



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